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Hamilton-Initiative schüttet Geld für mehr Diversität aus

30. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Die Ignite-Partnerschaft von Lewis Hamilton verteilt die ersten Förderungen für mehr Diversität im Motorsport. Die Initiative war im Juli 2021 als gemeinsame Plattform des Formel-1-Rekordweltmeisters und des Mercedes-Rennstalls ins Leben gerufen worden, um Vielfalt und Inklusion zu fördern. Laut einer Mitteilung vom Donnerstag werden der Dachverband Motorsport UK und die Royal Academy of Engineering mehr als eine halbe Million Pfund (578.000 Euro) erhalten.

Die beiden Organisationen werden demnach Programme unterstützen, "die sich auf die Erhöhung der Frauenbeteiligung im Breiten-Motorsport respektive auf Master-Stipendien im Motorsport für schwarze Studentinnen und Studenten konzentrieren". "Wir haben uns für diese Förderungen entschieden, weil sie sich auf die Unterstützung von Personen aus zwei wichtigen und unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen konzentrieren und uns unserem Ziel näher bringen, die Zahl der Frauen sowie der schwarzen Talente im Sport zu erhöhen", sagte der siebenmalige Weltmeister Hamilton. Seine Stiftung Mission 44 leitet die Koordination der Initiative.

Die Royal Academy of Engineering wird in den Studienjahren 2023/24 und 2024/25 ein Motorsport-Stipendienprogramm für mindestens zehn schwarze Studentinnen und Studenten einrichten. "Diese beiden Förderungen zeigen die große Bandbreite an Möglichkeiten, die einen bedeutenden Beitrag zum Gesamtziel der Partnerschaft leisten können", teilte Mercedes-Teamchef und -Miteigentümer Toto Wolff mit.

"Die Ereignisse dieser Woche haben uns gezeigt, warum es weiterhin dringend notwendig ist, auf eine bessere Vertretung in unserer Branche zu drängen", ergänzte Hamilton. Vor ein paar Tagen hatte ein Interview des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Nelson Piquet, in dem sich der Brasilianer auf Portugiesisch abfällig über Hamilton äußert, viel Staub aufgewirbelt.

Der Brite wünschte sich daher weniger Aufmerksamkeit für Piquet oder auch Bernie Ecclestone. "Sie sind aus der Zeit gefallen und nicht bereit, sich zu ändern", sagte Hamilton am Donnerstag in Silverstone. Diese "alten Stimmen" würden nicht die moderne Formel 1 repräsentieren, betonte der Mercedes-Pilot. Daher sollte ihnen keine Plattform mehr gegeben werden. Ecclestone hatte am Donnerstag in einer TV-Sendung behauptet, Piquet würde nie absichtlich etwas Schlimmes sagen. Zudem irritierte er mit der Erklärung, er würde trotz der russischen Invasion in die Ukraine noch immer für Wladimir Putin "durchs Feuer gehen". Der Kremlchef sei eine "erstklassige Persönlichkeit".

Weltmeister Max Verstappen sprach sich indes gegen eine Verbannung von Piquet aus. "Mit einer Sperre ist niemandem geholfen, man muss reden, das ist wirklich wichtig. Man sollte nicht aus dem Fahrerlager verbannt werden, insbesondere nicht ein dreimaliger Weltmeister", sagte der Red-Bull-Pilot in Silverstone. Verstappen ist mit Piquets Tochter Kelly liiert. "Ich habe einiges an Zeit mit Nelson verbracht. Er ist kein Rassist, sondern ein netter und entspannter Typ", sagte der 24-Jährige.

Verstappen betonte, die Wortwahl Piquets sei "nicht korrekt" gewesen. "Das ist eine Lehre, solche Worte nicht zu benutzen", sagte der Niederländer. Er unterstütze die Initiativen der Formel 1 und der FIA gegen Diskriminierung. Es sei aber nicht an ihm, mit Piquet darüber zu sprechen. Dieser wisse selbst, dass sein Verhalten falsch gewesen sei.

Der Automobil-Weltverband FIA verabschiedete unterdessen in dieser Woche ein neues Regelwerk gegen Diskriminierung im Motorsport. Eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Fehlverhalten kündigte FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem an.

Quelle: Agenturen