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Gewichtheben: WADA deckt Doping-Manipulationen auf

22. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Abgabe von Fremdurin und den Einsatz von Doppelgängern bei Dopingkontrollen im Gewichtheben nachgewiesen. Das geht aus einem Untersuchungsbericht hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die WADA habe eine neue Methode zur Aufdeckung dieser Dopingverschleierung entwickelt, heißt es in der Mitteilung.

Die Untersuchungen dauern bisher mehr als drei Jahre und erstreckten sich nicht nur auf Sportler, sondern auch auf Trainer, Betreuer und Dopingkontrolleure. Dabei sollen auch die Aktivitäten eines hochrangigen Mitgliedes des Gewichtheber-Weltverbandes IWF untersucht worden sein. Diesem wird vorgeworfen, für den Schutz russischer Interessen und Sportler zwischen 2012 und 2016 fünf Millionen Dollar vom russischen Staat erhalten zu haben.

18 Gewichthebern aus sechs Ländern konnte der Einsatz vom Fremdurin durch DNA-Profilanalysen nachgewiesen werden. "Die WADA ist entsetzt über das, was ihre Ermittlungsabteilung bei dieser Untersuchung aufgedeckt hat", sagte Präsident Witold Banka. Eine "tief verwurzelte Dopingkultur" habe ein Klima der Angst geschürt, Anti-Doping-Kämpfer seien isoliert worden. Der für die Untersuchung zuständige Direktor Günter Younger betonte: "Die Angst und das Schweigen, die diesen Sport durchdringen, waren ein bedeutendes Hindernis." Younger kündigte an, dass die Methodik zur Aufdeckung von Urinersatz "sich leicht auf andere Sportarten als das Gewichtheben übertragen" lasse. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

Das Internationale Olympische Komitee betrachtet die Entwicklung im Gewichtheber-Weltverband seit längerem mit Sorge und droht mit einem Olympia-Ausschluss. Der ehemalige IWF-Präsident Tamas Ajan aus Ungarn wird der Korruption und des Betrugs verdächtigt, Interimspräsidentin Ursula Papandrea wurde zuletzt dieses Amtes enthoben. Die Amerikanerin hatte neben neuen Strukturen im Anti-Doping-Kampf eine personelle Erneuerung des Exekutivkomitees angestrebt.

Quelle: Agenturen