APA - Austria Presse Agentur

FIFA-Berater wollen WM alle zwei Jahre, UEFA droht mit Boykott

09. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Die Technische Beratungsgruppe der FIFA schlägt offiziell die Ausrichtung der Weltmeisterschaften alle zwei Jahre vor. Europäische Ligen sind strikt dagegen, die UEFA droht mit einem Boykott.

"Was wir vorschlagen, ist eine Neuordnung der Turniere der Konföderationen", sagte FIFA-Direktor Arsene Wenger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Der einstige Arsenal-Trainer war zuvor in Doha mit etlichen Ex-Stars des Weltfußballs zusammengekommen.

WM und EM 2028?

Dem Vorschlag zufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden, also auch die Europameisterschaft, die im jetzigen Modus erst 2028 wieder auf dem Kalender stünde. 2028 würde dann erneut eine WM gespielt werden.

Wenger aber sprach mit Überzeugung über die tiefgreifende Reform des internationalen Spielkalenders. "Was wir vorschlagen, ist eine Neuordnung der Turniere der Konföderationen", sagte der Franzose. "Du gibst mehr Mannschaften die Chance, sich zu qualifizieren, aber auch mehr Ländern die Möglichkeit, eine WM auszurichten." Der Vorschlag würde "den Fußball besser machen können". In der Technischen Beratungsgruppe sitzen etliche prominente Ex-Profis, auch die früheren Weltmeister Lothar Matthäus und Ronaldo.

Kritik: Zwei-Jahres-Rhythmus würde Fußball "töten" 

Nicht gut kam der Vorschlag in Nyon an. "Wir können entscheiden, nicht teilzunehmen", sagte Ceferin in einem Interview der britischen "Times". Das sei, soweit er wisse, auch die Position der Südamerikaner. "Viel Glück mit einer solchen WM", meinte der Chef der Europäischen Fußball-Union und gab an, weiterhin zu hoffen, dass die FIFA "wieder zu Sinnen" komme. Der Vorschlag würde zwar finanziell vielleicht gut für die UEFA sein, "den Fußball aber töten".

Bisher wird die WM alle vier Jahre ausgerichtet. Der Weltverband hatte im Mai eine entsprechende Machbarkeitsstudie für das Männer- und Frauen-Turnier auf den Weg gebracht, die aus Saudi-Arabien angeregt worden war. Seitdem wird über den Vorschlag gestritten. Einige afrikanische und asiatische Verbände sind für den Zweijahres-Rhythmus - in Europa regt sich dagegen Widerstand.

Widerstand der europäischen Ligen

Am Donnerstag verschickte auch der Zusammenschluss der europäischen Ligen, dem auch die österreichische Bundesliga angehört, eine deutliche Stellungnahme. "Die Ligen werden mit den anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass die Fußballverbände einseitige Entscheidungen treffen, die dem nationalen Fußball schaden", hieß es nach der Vorstandssitzung der European Leagues in Nyon.

Die Ligen seien "einstimmig" gegen den Vorschlag. "Neue, überarbeitete oder erweiterte Wettbewerbe (...) in einem ohnehin überfrachteten Kalender sind nicht die Lösung der Probleme unseres Spiels", hieß es.

Quelle: Agenturen