APA - Austria Presse Agentur

Fußball-EM der Frauen um ein Jahr auf 2022 verschoben

23. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Die eigentlich für das nächste Jahr geplante Fußball-EM der Frauen soll vom 6. bis zum 31. Juli 2022 stattfinden. Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beschloss am Donnerstag wie erwartet den neuen Termin. England bleibt Gastgeber. Das Turnier war im Zuge der Verlegung der Herren-EM wegen der Corona-Krise in den Sommer 2021 zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Die eigentlich für das nächste Jahr geplante Fußball-EM der Frauen soll vom 6. bis zum 31. Juli 2022 stattfinden. Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beschloss am Donnerstag wie erwartet den neuen Termin. England bleibt Gastgeber. Das Turnier war im Zuge der Verlegung der Herren-EM wegen der Corona-Krise in den Sommer 2021 zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Ursprünglich hätten die Frauen vom 7. Juli bis zum 1. August 2021 spielen sollen. Dieser Termin wäre aber teilweise mit der neuen Ansetzung der paneuropäischen EM der Männer in zwölf Ländern kollidiert, die vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 stattfinden soll. "Die Kernfrage, die uns zusammen mit dem englischen Verband beschäftigt hat, war: Was ist das Beste für den Frauenfußball?", sagte die frühere deutsche Nationalspielerin Nadine Keßler, die inzwischen die Frauenfußball-Abteilung der UEFA leitet.

Die Verlegung ins Jahr 2022 sei "im besten Interesse des Turniers, der Spielerinnen, der Fans (...) und aller Beteiligten in allen Bereichen auf allen Ebenen des Spiels". Als größte Frauensport-Veranstaltung Europa verdiene das Turnier eine eigene Plattform. "Natürlich finde ich es besser, wenn es zu keiner Überschneidung kommt", hatte etwa ÖFB-Teamstütze Sarah Puntigam schon zuletzt gemeint.

"Bei den Überlegungen stand unser Engagement für das Wachstum des Frauenfußballs stets im Vordergrund", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin einer Mitteilung zufolge. Durch die Verschiebung werde nun sichergestellt, "dass der Vorzeigewettbewerb des Frauenfußballs das einzige große Turnier des Sommers bleibt und somit seine wohlverdiente Aufmerksamkeit erhält".

Österreichs Auswahl hält in der laufenden EM-Qualifikation nach vier Siegen beim Punktemaximum und führt damit die Gruppe G an. Drei Zähler dahinter liegt Serbien, das eine Partie mehr ausgetragen hat. Der Dritte Frankreich hat erst zwei Partien absolviert und diese gewonnen. Die Heim- und Auswärtspartie der Truppe von Teamchef Dominik Thalhammer gegen Frankreich sowie ein Heimspiel gegen Serbien mussten aufgrund der Pandemie vertagt werden. Nachholtermine wollte die UEFA "zu gegebener Zeit" bekannt geben. Weitergehen könnte die Qualifikationsphase für das ÖFB-Team am 22. September mit dem Gastspiel in Kasachstan.

Österreichs Verantwortliche nahmen die Verschiebung der EM positiv auf. "Angesichts der Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus war die Verschiebung der EM die beste Lösung", betonte ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer. Die Qualifikation dafür zu schaffen, ist das große Ziel seiner Auswahl, die nach 2017 zum zweiten Mal in Folge EM-Endrundenluft schnuppern will.

"Auch wenn dadurch unser großes Ziel wieder in etwas weitere Ferne gerückt ist, bin ich überzeugt, dass die Vorteile überwiegen. Alle unsere Spielerinnen sind im besten Fußball-Alter, einige unserer Talente haben erstmals aufgezeigt und nun bekommen wir durch die Verschiebung mehr Zeit, die nächsten Schritte in unserer Entwicklung zu machen. Zeit ist gerade auf Nationalteam-Ebene viel wert", erläuterte der Wahl-Oberösterreicher.

Das weiß auch Arsenal-Legionärin Viktoria Schnaderbeck, die die Nachricht am Donnerstagnachmittag ebenfalls positiv aufnahm. "Das zusätzliche Jahr bis zu einer möglichen EM-Teilnahme kann für unser Team nur positiv sein. Wir werden die gewonnene Zeit optimal nutzen, um unsere Spielidee zu festigen, neue Ansätze zu entwickeln und als Team noch weiter zusammenzuwachsen", sagte die ÖFB-Teamkapitänin.

Positiv sei zudem, dass durch die Verschiebung und die damit verbundene Abwendung einer Terminkollision mit der Männer-EM 2021 "die größtmögliche Aufmerksamkeit" für das Turnier sichergestellt werde. "Mit der Verschiebung der Frauen-EM auf 2022 ist gewährleistet, dass das Turnier und die Teilnehmerinnen jenen Stellenwert und jene Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht. Die Endrunde in England wird einen neuen Meilenstein im Frauenfußball setzen", ist ÖFB-Präsident Leo Windtner überzeugt.

Quelle: Agenturen