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Olympia: Manuel Fettner holt Silber im Skispringen

06. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Im Herbst seiner Karriere hat Manuel Fettner den Höhepunkt erreicht. Der 36-Jährige eroberte am Sonntag im Skisprung-Olympia-Bewerb von der Normalschanze in Zhangjiakou die Silbermedaille.

Nach starken Leistungen im Training flog der Tiroler nach 102,5 m mit dem besten Finalsprung (104 m) vom fünften Rang zu seinem ersten Einzel-Edelmetall. Der Japaner Ryoyu Kobayashi eroberte mit 4,2 Punkten Vorsprung Gold, Dritter wurde Ex-Weltmeister Dawid Kubacki (POL).

Fettner holte das erste Olympia-Edelmetall von der kleineren Schanze seit dem Bronze von Gregor Schlierenzauer 2010. In China nutzte er bei leicht wechselnden Bedingungen, die große Auswirkungen zeigten, seine Sprungkraft voll aus. In mehr als 20 Jahren im Weltcup erst dreimal als Dritter auf dem Podest, krönte der Team-Weltmeister von 2013 seine Karriere fernab der Heimat mit einer Olympia-Medaille. Es war das zweite Edelmetall für das ÖOC-Aufgebot nach Bronze von Langläuferin Teresa Stadlober.

"Das bedeutet mir sehr viel"

Fettner fand im ORF-TV-Interview zunächst keine Worte. "Das bedeutet mir sehr viel, ich bin einfach nur überglücklich und möchte es genießen", sagte der Routinier, der zum zweitältesten Medaillengewinner im Zeichen der fünf Ringe avancierte. Es gelang ihm diesmal, im Bewerb seine besten Leistungen zu zeigen. "Der zweite war mein bester Sprung", freute sich Fettner, der damit u.a. den 2014-Olympiasieger Kamil Stoch (POL) noch aus den Medaillenrängen verdrängte.

Bei der WM 2013 hatte sich bei ihm im Teambewerb nach der Landung eine Bindung geöffnet - Fettner "surfte" auf einem Ski hinter die ominöse Linie und rettete damit den Titelgewinn. Bei Olympia - zuvor war ein 23. Platz die beste Platzierung gewesen - erwies er sich diesmal ebenfalls souverän.

"Es war ein sehr cooler Weg"

Eine Achterbahnfahrt der Karriere brachte für den gebürtigen Wiener in China ein weiteres Hoch. "Es war ein sehr cooler Weg, auch mit diesen Downs. Wenn es mir nicht so viel Spaß gemacht hätte, hätte ich schon längst den Hut draufgehaut. Es geht nicht immer nur um Podestplätze oder Medaillen, sondern in erster Linie hat mir der Sport getaugt und ich habe auch gemerkt, dass ich noch leistungsfähig bin."

Bei der tollen Leistung Fettners verblassten die Leistungen seiner Kollegen. Ex-Weltmeister Stafen Kraft, nach dem Training zu den Favoriten gezählt, erwischte wie andere starke Springer, etwa Marius Lindvik, im ersten Durchgang nicht die besten Bedingungen. Er verbesserte sich aber im Finale auf den zehnten Rang (98/99,5), knapp hinter dem Norweger (7.). Kraft und Fettner treten am Montag gemeinsam mit Daniela Iraschko-Stolz und Lisa Eder im Mixed-Teambewerb an. Für Daniel Huber (96/101,5) und Jan Hörl (98/97) blieben die Plätze 13 und 19.

Doch die Kollegen jubelten an diesem Tag ohnehin nur mit Fettner. "Unglaublich, ich freue mich für ihn fast mehr, als wenn ich selber eine Medaille gewonnen hätte", sagte Stefan Kraft und Huber meinte, "der alte Mann" sei an den letzten vier Tagen richtig stark gesprungen. "Er hat so einen langen Weg hinter sich, ich freue mich unendlich für ihn. Solange einer von uns auf dem Stockerl steht, passt alles."

Quelle: Agenturen