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Frappart pfeift als erste Frau Männer-Fußball-WM-Spiel

29. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart wird am Donnerstag als erste Frau in der langen Historie der Fußball-WM der Männer ein Spiel leiten.

Die Ansetzung für das Spiel Deutschland gegen Costa Rica gab die FIFA am Dienstag bekannt. Der 38-Jährigen stehen im Al-Bait Stadion die Brasilianerin Neuza Back sowie die Mexikanerin Karen Diaz Medina zur Seite. Vierter Offizieller ist Said Martinez aus Honduras.

Insgesamt drei Schiedsrichterinnen bei WM

In Katar sind drei Schiedsrichterinnen dabei, neben Frappart die Japanerin Yoshimi Yamashita und Salima Mukansanga aus Ruanda. Nach eineinhalb WM-Wochen waren auch wegen der Debatte über die Frauenrechte in Katar leise Zweifel an den Einsatzchancen des Trios aufgekommen. Nun könnte die Bühne für Frappart kaum größer sein, kämpft doch Deutschland in der Partie gegen die WM-Blamage.

In ihrem Heimatland Frankreich pfeift Frappart seit 2019 in der höchsten Spielklasse der Männer, vor eineinhalb Jahren war sie die erste Frau, die ein WM-Qualifikationsspiel leitete. Ihr Geschlecht sei nie ein Thema gewesen, sagte sie. "Seit ich angefangen habe, wurde ich immer unterstützt - von den Mannschaften, Vereinen und Spielern. Ich war im Stadion immer willkommen, also fühle ich mich auf dem Platz wie jeder andere Schiedsrichter". Im Mai pfiff Frappart das französische Cupfinale der Männer.

Kritische Stimmen von Ex-Schiedsrichter

Es gibt aber auch Stimmen, die Frappart und ihre zwei Kolleginnen kritisch sehen. Wie der frühere Weltklasse-Schiedsrichter Urs Meier. "Ich weiß ganz genau: Ich habe in Europa 30 Schiedsrichter, die viel stärker sind als Frappart: Ja, da nehme ich doch nicht die Nummer 31 oder 32 mit, wenn ich nur zwölf europäische Schiedsrichter nominieren darf", hatte der Schweizer in seinem "Urs-Meier-Podcast" zu WM-Beginn erklärt. In einem hat er sich auf jeden Fall getäuscht. Collina "wird sicher keine Schiedsrichterin für die ganz wichtigen Spiele aufbieten, da bin ich 200 Prozent sicher". Für Deutschland aber ist das ein ganz wichtiges Spiel.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / tgo