APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT

Franzoni auch im Kitzbühel-Abschlusstraining der Schnellste

Heute, 12:10 · Lesedauer 3 min

Der Italiener Giovanni Franzoni hat auch im zweiten und letzten Training für die Weltcup-Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif in 1:52,21 Minuten die Bestzeit hingelegt. Hinter dem 24-Jährigen reihten sich am Mittwoch der Franzose Nils Alphand (+0,09 Sek.) und der Steirer Stefan Babinsky (+0,29) ein. Zweitbester Österreicher war als Zehnter Vincent Kriechmayr (+1,09), der wie Topstar Marco Odermatt (9.) und einige andere vor dem Ziel Bremsschwünge einlegte.

"Ein bisserl mehr braucht es schon, um Giovanni zu biegen. Er muss schon ganz gut gefahren sein, wir können uns warm anziehen, das ist schon eine Ansage von dem Buam", sagte Kriechmayr. Sein eigener Speed passe aber auch gut, für den Sieg werde man gnadenlos attackieren müssen, so der ehemalige Weltmeister vor seiner 100. Weltcup-Abfahrt.

Marco Odermatt büßte wie Kriechmayr knapp eine Sekunde auf Franzoni ein. "Es ist supercool zu fahren, die Schneeverhältnisse sind wirklich schön zu fahren", sagte Odermatt. Das bedeute nicht gleichzeitig eine ungefährlichere Streif. "Wenn es ein bisschen einfacher ist, dann gibt jeder noch mehr Gas, man kann noch aggressiver fahren und daher ändert sich sehr wenig", sagte der Schweizer, der die Abfahrt in Kitzbühel noch nicht gewonnen hat. Sein Landsmann und Mitfavorit Franjo von Allmen verlor nach einem Fehler unmittelbar vor der Traverse beinahe vier Sekunden.

Franzoni war bei neuerlichem Schönwetter noch einmal deutlich schneller als beim ersten Abtasten am Vortag. Bei gleichbleibenden Wetter- und Pistenverhältnissen wird der seit 1997 von Fritz Strobl gehaltene Streckenrekord von 1:51,58 Min. am Samstag gefährdet sein. Als erster Bewerb der Hahnenkammrennen geht am Freitag der Super-G in Szene, den Abschluss am Sonntag bildet der Slalom.

Babinsky gestand freiheraus, dass ihm die Topzeit "passiert" sei. "Aber natürlich tut es gut, wenn das, was man sich vorgenommen hat, auf der Strecke ganz gut passt. Das gibt ein gutes Gefühl. Jetzt gilt es, sich anzuschauen, was noch besser geht und wo es noch Reserven gibt." Er habe vor allem im oberen Streckenteil noch gekämpft. "Das kann ich noch besser auf den Punkt bringen, so selbstkritisch muss ich sein", sagte Babinsky.

Geglückter erster Streif-Zug für Schwarz

Der in Wengen krank pausierende Marco Schwarz meldete sich wieder fit und war nach seinem Abfahrtsdebüt in Kitzbühel voller Tatendrang. "Ich habe sehr viel Respekt gehabt heute, war schon nervös vor Mausefalle und Steilhang und auch vor der Hausbergkante. Aber es hat sich richtig cool angefühlt. Wenn ich die Chance gehabt hätte, würde ich gerne nochmal rauf und wieder runterfahren." Der Kärntner wird allerdings plangemäß nur den Super-G und Slalom in Angriff nehmen und meinte: "Das war ein gutes Training für nächstes Jahr." Schlecht stehen die Chancen auf einen Kitzbühel-Start bei Aleksander Aamodt Kilde, der auch das zweite Training wegen Rückenprobleme auslassen musste.

Kriechmayr, Daniel Hemetsberger, Babinsky, Raphael Haaser und Andreas Ploier gehen als ÖSV-Fixstarter in die Abfahrt. Haaser verzichtete allerdings angeschlagen aus Vorsichtsgründen auf das Mittwoch-Training. In der internen Qualifikation um drei weitere Plätze setzten sich Vincent Wieser (37.), Manuel Traninger (39.) und Stefan Rieser (41.) gegen Routinier Otmar Striedinger (46.) durch. Sein Weltcup-Debüt wird am Freitag der Steirer Fabian Bachler geben. Er hat zuletzt einen Europacup-Super-G am Pass Thurn gewonnen.

Heftiger Sturz

Gegen Ende des Trainings musste erstmals in der Kitzbühel-Woche auch der Hubschrauber starten. Der Franzose Ken Caillot stürzte vor der Mausefalle und schlug heftig auf der Piste auf. Nähere Informationen zu seinem Gesundheitszustand gab es vorerst nicht.

Zusammenfassung
  • Der Italiener Giovanni Franzoni fuhr im Abschlusstraining für die Kitzbühel-Abfahrt mit 1:52,21 Minuten die Bestzeit, dicht gefolgt von Nils Alphand (+0,09 Sekunden) und Stefan Babinsky (+0,29).
  • Vincent Kriechmayr belegte mit +1,09 Sekunden Rückstand Rang zehn und lobte Franzonis Leistung als "Ansage von dem Buam", während Marco Odermatt auf Platz neun landete.
  • Der Streckenrekord von 1:51,58 Minuten könnte am Samstag bei gleichbleibenden Bedingungen fallen, während der Trainingslauf von einem schweren Sturz des Franzosen Ken Caillot überschattet wurde.