Meteorologe Salmi: Wetterumschwung sorgt für Regen "und auch für Schnee"

29. März 2022 · Lesedauer 3 min

Der März war zuletzt sehr sonnig, vor allem aber auch sehr trocken. Laut ZAMG war es sogar einer der trockensten Märzmonate der Messgeschichte. Damit ist es laut UBIMET-Meteorologe Michele Salmi vorerst vorbei. Gegen Wochenende ist sogar mit Schnee zu rechnen.

Der März 2022 lässt sich mit nur zwei Worten umschreiben: sonnig und trocken. Auf den Bergen war es sogar der sonnigste März seit Messbeginn, im Tiefland lag er auf Platz 3, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag resümierte. Für die Landwirtschaft katastrophal ist die lange Trockenperiode.

Der vergangene März war einer der zehn trockensten Märzmonate der Messgeschichte. Das bestätigt auch UBIMET-Meteorologe Michele Salmi im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros. "Aber damit ist es jetzt vorbei", sagt Salmi. In den kommenden Tagen wird das Wetter umschwenken. Das Zusammenspiel aus dem Tief von den Balearen und einem Kaltluftvorstoß aus Skandinavien "sorgt auch bei uns zuerst für Regen und dann in Richtung Wochenende auch für Schnee", prognostiziert er.

Nur durch Regen und Schnee nicht der trockenste März der Geschichte

Denn der angekündigte Regen und der Schneefall an den letzten beiden Tagen des Monats werden verhindern, dass es der trockenste März der Messgeschichte wird. "Berücksichtigt man die Prognosen für das Monatsende, ist es - mit etwa 70 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel - einer der zehn trockensten Märzmonate seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858", sagt ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Die genaue Platzierung lässt sich erst nach Auswertung der Regenmengen des Monatsendes sagen." Die ausführliche Bilanz wird daher erst am Freitag von der ZAMG veröffentlicht.

Allerdings war nicht nur der März, sondern das vergangene halbe Jahr zu trocken. "In der österreichweiten Auswertung brachte der Zeitraum von September 2021 bis März 2022 um 30 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel. Das gab es zuletzt vor 46 Jahren, von September 1975 bis März 1976", sagte Orlik.

Schneefallgrenze sinkt im Süden auf bis zu 150 Metern herab

Am Mittwoch kommt dann der große Regen, am Donnerstag wird dieser laut ZAMG in ganz Österreich auch kräftig ausfallen. Außerdem wird es in den nächsten Tagen deutlich kälter und es schneit bis weit herunter. So sinkt die Schneefallgrenze am Donnerstag auf zwischen 800 Meter im Norden und 150 Meter im Süden.

Erst am Sonntag werden die Schauer seltener, es ist aber noch etwas kälter und windig. Der letzte sonnige Tag in dieser Woche war erneut vom Saharastaub getrübt, der durch eine kräftige Südwestströmung nach Europa gebracht wurde.

Auch noch Mittwoch kann dieser für einen diesigen Himmel sorgen. Das Ereignis ist aber deutlich schwächer als vor zwei Wochen. Zum Wochenende hin dreht die großräumige Strömung auf Nord und die Luftmassen mit Saharastaub ziehen ab.

Die sonnigen Phasen im März war vor allem dem beständigen Hochdruckwetter geschuldet. Im Tiefland Österreichs war es mit 50 Prozent mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel Platz 3 in der Reihe der sonnigsten Märzmonate, hinter dem März der Jahre 1953 und 1948. Auf den Bergen war es mit einem Plus von 55 Prozent Sonnenstunden der sonnigste März seit Messbeginn.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos