APA - Austria Presse Agentur

Foda überlegt zum EM-Start "Joker"-Rolle für Arnautovic

12. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda hat sich zur Rolle von Marko Arnautovic im EM-Auftaktspiel am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF 1) gegen Nordmazedonien bedeckt gehalten, aber angedeutet, dass der Stürmerstar in Bukarest auf der Ersatzbank beginnen könnte. "Letztendlich muss ich die Entscheidung treffen, ob Marko dann auch schon bereit ist über 90 Minuten oder nicht", sagte der Deutsche am Samstag nach der Landung in Rumänien in seiner Abschluss-Pressekonferenz.

Arnautovic war nach einer vor einem Monat erlittenen Muskelverletzung im Oberschenkel erst vor einer Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Bei der EM-Generalprobe gegen die Slowakei (0:0) kam der 32-jährige China-Legionär knapp 30 Minuten zum Einsatz. Arnautovic hatte am Freitag betont, nun auch für die Startformation bereit zu sein. Dort könnte ihm allerdings Stuttgart-Goalgetter Sasa Kalajdzic vorgezogen werden.

"Ich muss die Entscheidung treffen, ob es für uns von Beginn an passt - oder ob er reinkommt, um der Mannschaft dann auch Impulse zu geben", sagte Foda über die Arnautovic-Situation. Auch eine Variante mit Kalajdzic und Arnautovic sei nicht gänzlich ausgeschlossen. Sie gilt nach den jüngsten Aussagen aber als unwahrscheinlich. Foda: "Wir haben es im Training mal angerissen, auch mit zwei Spitzen zu agieren. Das wäre für uns kein Risiko, weil wir das schon teilweise gemacht haben."

Ungeklärt blieb auch die Frage nach der Rolle von David Alaba. "Wir haben schon entschieden, wo er spielt und mit ihm darüber gesprochen", meinte Foda nur zu diesem Thema.

Der Teamchef verspürt nach eigenen Angaben keinen Druck. "Wir können Geschichte schreiben, und das wollen wir", sagte der frühere Sturm-Coach in Anspielung darauf, dass die ÖFB-Auswahl bei einer EURO noch sieglos ist. In Erwartung eines historischen Ereignisses ist Fodas Vorfreude "riesengroß. Die Anreise war perfekt organisiert. Jetzt wollen wir unbedingt gewinnen und mit einem positiven Ergebnis in die EM starten."

Die Voraussetzungen dafür seien gegeben. "Ich habe ein gutes Gefühl. Die Mannschaft hat in den letzten Tagen und Wochen gut trainiert. Jetzt gilt es, die richtige Mischung für das Spiel auszuwählen, und dann werden wir auf den Punkt topfit sein", versprach Foda.

Einmal mehr warnte der 55-Jährige vor den Nordmazedoniern. "Wir wissen um die Stärken des Gegners. Sie sind vor allem gut in Umschaltsituationen und lauern auf Fehler des Gegners. Da müssen wir im Spielaufbau konzentriert zu Werke gehen und dürfen uns nicht so einfache Fehler erlauben wie gegen die Slowakei." Foda geht davon aus, dass die Nordmazedonier tief stehen werden. "Deswegen brauchen wir eine schnelle, dynamische Ballzirkulation und eine gute Restverteidigung."

In diesem Zusammenhang könne man aus dem Eröffnungsspiel lernen. Die Italiener hatten mit den mauernden Türken lange Probleme, ehe der Abwehrwall mit dem 1:0 fiel. Am Ende stand ein überzeugender 3:0-Sieg. "Man sieht, dass man gegen Mannschaften, die defensiv spielen, Geduld haben muss. Da ist das erste Tor so etwas wie ein Dosenöffner", erklärte Foda.

Seine Mannschaft reiste am Samstag von Seefeld, wo in den vergangenen Tagen teilweise herbstliche Temperaturen herrschten, ins schwülwarme Bukarest. In der rumänischen Hauptstadt ging am Nachmittag ein schweres Gewitter nieder, weshalb das Abschlusstraining nicht in der Arena Nationala, sondern im elf Kilometer entfernten Ghencea-Stadion stattfand - und das mit rund eineinhalbstündiger Verspätung.

Auch für Sonntagabend waren hohe Temperaturen und Gewitter angesagt. Den Klimawechsel wollte Foda nicht überbewerten. "Die Wettersituation ist eine andere als in Seefeld, aber die Bedingungen sind für beide gleich. Ich gehe davon aus, dass die klimatischen Bedingungen keine Rolle spielen werden."

Quelle: Agenturen