Finnland auf seltenes Double aus Olympia und WM aus

27. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

WM-Gastgeber Finnland kann am Wochenende als zweite Mannschaft im gleichen Jahr Olympiasieger und Weltmeister werden. Gegner im Halbfinale am Samstag sind die USA. Bisher schaffte einzig Schweden im Jahr 2006 das Double. Nun könnte Finnland nachziehen, die Chancen dazu stehen gut. Das Team von Trainer Jukka Jalonen ist aufgrund seiner defensiven Stabilität sehr schwer zu bezwingen.

In der Gruppenphase kassierten die Finnen in sieben Spielen nur fünf Gegentore, gegen Österreich gewannen sie 3:0. Eine Niederlage setzte es einzig gegen Schweden (2:3 n.P.). Zudem unterstrichen die Gastgeber im Viertelfinale gegen die aufstrebenden Slowaken, dass das Nervenkostüm hält, drehten sie doch ein 0:2 in ein 4:2. Im letzten Drittel, das sie 2:0 gewannen, ließen sie noch zwei slowakische Torschüsse zu.

Zudem haben die Finnen mit dem 37-jährigen Marko Antilla einen Spieler in ihren Reihen, der immer wieder in wichtigen Partien performt. Beim WM-Titel 2019 glich der 2,03 m große Hüne im Viertelfinale gegen Schweden 89 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 4:4 aus, im Halbfinale gegen Russland erzielte er den einzigen Treffer, und beim 3:1 im Finale gegen Kanada zeichnete er mit zwei Toren für die Wende vom 0:1 zum 2:1 verantwortlich.

Im Februar im Olympia-Finale gegen die russische Auswahl bereitete Antilla das siegbringende 2:1 vor, und nun war er im Viertelfinale gegen die Slowakei zum 1:2 und 2:2 erfolgreich. Kein Wunder, nahm NHL-Spieler Markus Granlund nach der Partie bezüglich Antilla das Wort unglaublich in den Mund.

Kanada gegen Tschechien um zweites Final-Ticket 

In der Vorrunde setzten sich die Finnen gegen die USA 4:1 durch. Jedoch zeigten die jungen Amerikaner gegen die Schweiz (3:0), zu was sie fähig sind. Allerdings gehörten die USA seit dem Gewinn der Goldmedaille 1960 in Lake Placid nie mehr zu den besten zwei Teams bei einer WM. Sie verloren seither sämtliche zehn Halbfinal-Spiele, 1994 sowie 2001 gegen Finnland. Nun soll dieser "Fluch" endlich überwunden werden.

Viel deutet allerdings darauf hin, dass das Finale zum dritten Mal in Folge Finnland gegen Kanada heißt. Jedenfalls sind die Nordamerikaner im Halbfinale gegen Tschechien zu favorisieren. Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinale gegen Schweden (4:3 nach Verlängerung) in extremis durch, holte ein 0:3 auf. Das 2:3 und 3:3 schossen die Kanadier in der 59. Minute innerhalb von 30 Sekunden. Genau diese mentale Stärke zeichnet sie aus.

Quelle: Agenturen / mpa