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FIFA verbietet Dänemark Menschrechtsbotschaft

11. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Fußball-Weltmeisterschaft steht wegen der Menschrechtslage im Gastgeberland Katar unter Dauerkritik. Teilnehmer Dänemark möchte nun ein Zeichen setzen und die Botschaft "Human Rights for All" auf ihren Trainingsshirts tragen. Doch sie haben die Rechnung nicht mit der FIFA gemacht.

Zahlreiche Todesfälle auf den Baustellen, homophobe und frauenfeindliche Aussagen von WM-Botschaftern und organisatorisches Chaos: Die Kritik an der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, die am 20. November beginnt, reißt nicht ab. Kurz vor dem Turnier werden nun auch immer mehr Stimmen laut, die Kritik am Gastgeberland üben. "Ein Menschenbild aus einem anderen Jahrtausend", kommentiert Leon Goretzka die schwulenfeindliche Haltung des WM-Botschafters Khalid Salman, der Homosexualität in der ZDF-Doku "Geheimsache Katar" als "geistigen Schaden" bezeichnet hatte.

Dänemark will Zeichen setzen, FIFA nicht

Dänemark hat sich bereits in der Vergangenheit als eine Nation positioniert, die eine im Vergleich zu anderen Teilnehmern sehr kritische Haltung gegenüber der WM pflegt. Nun wollte der EM-Halbfinalist von 2021 ein weiteres Zeichen setzen. Das Team um Christian Eriksen plante mit der Aufschrift "Human Rights for All" auf seinen Trainingsshirts eine Botschaft zu senden.

Eine entsprechende Anfrage richtete der dänische Verband an die FIFA. Dieser lehnte ab. Das teilte der DBU der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Das Tragen von politischen Botschaften wird im rechtlichen Handbuch der FIFA untersagt und führte schon in der Vergangenheit oftmals zu Problemen für die Betroffenen. 

Doch die Dänen finden dennoch einen Weg, um ihren Protest kundzutun. Sie werden in schlicht gehaltenen schwarzen Trikots zu den Spielen antreten. Quasi ein "wandelnder Trauerflor", wie Morten Lund von Ausrüster Hummel sagt. Das Logo des Ausrüsters ist auf dem Trikot kaum zu erkennen. "Wir wollen nicht sichtbar sein bei einem Turnier, das Tausende Menschen das Leben gekostet hat", heißt es dazu.  Außerdem wird man in Katar wie die deutsche Auswahl mit der "One Love"-Kapitänsbinde auflaufen, um ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion