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Enttäuschung weicht Optimismus - WSG in Pole Position

Heute, 04:01 · Lesedauer 4 min

Drei hochverdiente Punkte gegen den GAK reichen der WSG Tirol nicht, um erstmals seit fünf Jahren wieder in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga einzuziehen. Von Enttäuschung ist bei den Tirolern dennoch keine Spur, vielmehr das nächste Ziel bereits vor den Augen. "Natürlich wäre es schön gewesen, wenn heute noch ein kleines Wunder passiert wäre. Es sollte aber nicht sein. Jetzt wollen wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt fixieren", sagte Trainer Philipp Semlic.

Mit acht Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Blau-Weiß Linz startet die WSG von der Pole Position aus in die Qualifikationsgruppe. "Das ist ein guter Polster, aber keiner, auf dem man sich ausruhen kann", wusste Semlic. Seiner Mannschaft sprach er nach dem Grunddurchgang ein großes Lob aus. "Es freut mich, dass wir mit 31 Punkten die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt haben. Das spricht für unsere Jungs."

Einzig der Erfolg von Rapid über Salzburg verhinderte letztlich den Einzug in die Top sechs. "Es ist natürlich ein bisserl ärgerlich. Wir haben alles, was in unserer Hand liegt, getan", meinte Torschütze David Kubatta. "Aber wir gehen jetzt als Erste ins untere Play-off. Wenn wir so weitermachen wie bisher, mache ich mir gar keine Sorgen."

Ähnlich positiv gestimmt sind auch die Verantwortlichen im Ländle. Altach geht mit einem Polster von sieben Punkten in die entscheidende Saisonphase. Nach sechs Spielen ohne Niederlage unter Neo-Trainer Ognjen Zaric musste sich der Cup-Finalist am Sonntag bei Meister Sturm verdient mit 0:2 geschlagen geben. "Wenn man die letzten Gegner von uns anschaut, ist es brutal, was die Mannschaft geleistet hat", sagte Mittelfeldspieler Vesel Demaku. Wegen der Punkteteilung könne es nun aber schnell nach oben oder nach unten gehen. Zaric ist kein großer Fan der Halbierung. "Die Punkteteilung finde ich nicht gut. Ich bin froh, dass sie im Sommer weg ist."

Auch die Rieder Hoffnungen auf die Top sechs erfüllten sich nicht. Die Basis dafür - ein Heimsieg gegen die Austria - konnte nicht gelegt werden. Das 0:2 war die dritte Liga-Niederlage im Frühjahr, die Ausbeute bleibt bei nur zwei Remis im Jahr 2026 in der Meisterschaft mager. "Die letzten Spiele waren nicht gut genug für das obere Play-off", wusste Trainer Maximilian Senft. Er wollte am Montag eine "neue Zeitrechnung" starten. Sich der Spielidee treu bleiben und "den einen oder anderen Kniff auspacken" lautet Rieds Marschrichtung für die Qualifikationsgruppe. Senft hofft auch, dass Stürmer Kingstone Mutandwa seinen Torriecher wieder findet. Seit Ende November wartet die Leihgabe von Cagliari nun schon auf sein neuntes Saisontor.

Für den zehntplatzierten WAC lief der Grunddurchgang so gar nicht nach Wunsch. Die Wolfsberger warten seit sechs Spielen auf einen Sieg, das letzte ging beim LASK mit 1:3 verloren. "Es heißt jetzt näher zusammenrücken, wir müssen punkten, es geht im unteren Play-off um alles", blickte Kapitän Dominik Baumgartner voraus. Es gelte, so schnell wie möglich die nötigen Körner zu sammeln. "Ansonsten bist du durch die Punkteteilung schnell unten drinnen." Der WAC verbucht vor den finalen zehn Spielen einen Polster von sechs, Ried gar sieben Punkte auf das Tabellenende. Beide haben ebenso wie der GAK jedoch keinen Stern vorzuweisen.

Zuversicht im Tabellenkeller

Bei den Rotjacken ist die Situation etwas prekärer. Nach dem Erfolgserlebnis gegen Ried musste der Bundesliga-Vorletzte bei der WSG wieder einen Dämpfer hinnehmen. Der Vorsprung auf Schlusslicht Blau-Weiß Linz beträgt nach der Punkteteilung lediglich drei Zähler. "Letztes Jahr mussten wir bis zum letzten Spieltag zittern und haben dann im Tivoli die Erlösung geschafft. Das wollen wir heuer natürlich etwas früher erledigen", sagte GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer. Er sei aber überzeugt, dass sein Team im unteren Play-off jeden schlagen könne. "Dazu müssen wir aber unsere Leistung konsequent abrufen."

Schlusslicht Blau-Weiß Linz startet mit nur einem Sieg aus den jüngsten 13 Spielen in den Kampf um den Klassenerhalt, in Hartberg tankten die Oberösterreicher aber Zuversicht. Die Linzer steckten ein Slapstick-Eigentor nach gut 30 Sekunden weg, waren über weite Phasen das bessere Team. "Man sieht, dass die Mannschaft fit ist und eng zusammen ist. Das brauchst du in den Spielen, die jetzt kommen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, gehen gut gerüstet in die Qualifikationsgruppe", sagte Trainer Michael Köllner im Sky-Interview.

Zusammenfassung
  • WSG Tirol verpasste trotz eines 1:0-Siegs gegen den GAK mit 31 Punkten und acht Zählern Vorsprung auf Blau-Weiß Linz knapp die Meistergruppe, startet aber aus der Pole Position in die Qualifikationsgruppe.
  • Altach und der WAC gehen mit sieben beziehungsweise sechs Punkten Vorsprung auf das Tabellenende in die entscheidende Saisonphase, während Ried nach nur zwei Remis im Jahr 2026 und einer Niederlage gegen Austria die Top sechs verpasst hat.
  • Im Tabellenkeller kämpfen GAK (drei Punkte Vorsprung) und Blau-Weiß Linz (nur ein Sieg aus 13 Spielen) um den Klassenerhalt, wobei Linz nach einer starken Leistung gegen Hartberg neuen Optimismus schöpft.