APA - Austria Presse Agentur

Ducati plant Folge 6 der Spielberg-Saga - KTM hält dagegen

21. Aug 2020 · Lesedauer 4 min

Eine Woche nach den gefährlichen Stürzen beim Österreich-GP steigt am Sonntag in Spielberg Teil zwei des Motorrad-WM-Doppels in Österreich. Auf dem Red Bull Ring hat man auf die Crashes reagiert und Kurve 3 mit zusätzliche Schutzwällen abgesichert. Während Max Kofler in der Moto3 wieder erste WM-Punkte jagt, gibt es in der MotoGP nur eine Frage: Wer verhindert den sechsten Ducati-Sieg in Folge?

Eine Woche nach den gefährlichen Stürzen beim Österreich-GP steigt am Sonntag in Spielberg Teil zwei des Motorrad-WM-Doppels in Österreich. Auf dem Red Bull Ring hat man auf die Crashes reagiert und Kurve 3 mit zusätzliche Schutzwällen abgesichert. Während Max Kofler in der Moto3 wieder erste WM-Punkte jagt, gibt es in der MotoGP nur eine Frage: Wer verhindert den sechsten Ducati-Sieg in Folge?

Der große Gejagte ist auch beim Grand Prix der Steiermark am Sonntag (14.00 Uhr MESZ, live ServusTV) Andrea Dovizioso, der seinen bereits vierten Österreich-Sieg für die Power-Marke aus Bologna anpeilt. Zuletzt hatte "Dovi" freilich Glück, denn bis zur vom Mega-Unfall von Franco Morbidelli und Johann Zarco erzwungene Renn-Unterbrechung hatte KTM-Ass Pol Espargaro das Rennen an der Spitze kontrolliert. Mit einem neuen Hinterreifen war der Spanier in Rennen zwei dann aber chancenlos gewesen, zudem schied er nach einer Kollision mit seinem Tech-3-Markenkollegen Miguel Oliveira auch noch aus.

Obwohl die Yamahas im Training stark waren und Suzuki-Pilot Joan Mir im Rennen Zweiter wurde, ist KTM auch im zweiten Heim-Rennen der größte Ducati-Herausforderer. Allerdings herrscht bei den Österreichern dicke Luft. Espargaro und Oliveira hatten sich nach dem Rennen zwar rasch auf "Rennunfall" geeinigt, Oliveira machte danach im TV aber kritische bis sogar verletzende Bemerkung in Richtung seines spanischen Markenkollegen vom Werksteam.

Das ärgerte Espargaro sehr. Ungeachtet dessen will er endlich seinen ersten MotoGP-Sieg einfahren. Teamkollege und Brünn-Premierensieger Brad Binder hätte in Spielberg als Vierter fast erneut einen Podestplatz geschafft, obwohl er nur von P17 los gefahren war. "Das war fast schon ein Schock", wusste der südafrikanische MotoGP-Rookie nicht , wie ihm geschehen war. Espargaro hingegen hat in seinen bisher vier Österreich-Rennen noch nicht einmal einen Punkt geschafft, obwohl er die RC16 federführend mitentwickelt hat und in- und auswendig kennt.

Vermutlich wäre Espargaro aber ohnehin schon vergangenen Sonntag ganz oben gestanden, denn bis zur Crash-Unterbrechung und dem Wechsel auf einen anderen Hinterreifen kontrollierte er das Feld souverän von der Spitze. "Ich hatte das beste Bike, konnte es aber nicht nutzen. Das tut am meisten weh", gestand der 29-Jährige, der überfällig ist für den ersten GP-Sieg.

In den Tagen zwischen den beiden Österreich-Rennen haben sich die Verantwortlichen am Spielberg die Ursachen für den Monster-Crash in der neunten Runde genau angesehen. Allgemein wurde Zarcos Linienwechsel bei fast 320 km/h als Hauptgrund angesehen. Sollte der erst am Mittwoch in Italien am Kahnbein der Hand operierte Franzose trotzdem rennfit sein, will man ihn im Rennen aus der Boxengasse starten lassen.

Trotz des Fahrer-Fehlers hat man an der Formel-1-Strecke auch baulich reagiert. Zusätzliche und mit Air-Fences vor Kurve 3 bewehrte "Mauern" sollen künftig verhindern, dass herrenlose Motorräder von zuvor gestürzten Fahrern in der Kurve andere Piloten treffen. Genau das wäre vergangenen Sonntag beinahe passiert. Maverick Vinales und Valentino Rossi wurden nur um Zentimeter von den 160 Kilo schweren Rennmotorrädern von Morbidelli und Zarco verfehlt.

Nur noch 11 Punkte liegt Dovizioso vor dem 5. WM-Saisonrennen hinter WM-Leader Fabio Quartararao (Yamaha). Mit einem weiteren Österreich-Sieg könnte "Desmodovi" also die WM-Führung übernehmen. Sehr zur Genugtuung des Italieners, der seit einer Woche mit Ducati "in Scheidung" lebt. "Ich fokussiere mich voll auf diese Saison und denke nicht daran, was danach passiert", will Dovizioso die anhaltende Abwesenheit des verletzten Weltmeisters Marc Marquez unbedingt zum ersten WM-Titel nützen.

Eines würde ihn nicht mehr irritieren, nämlich das coronabedingte Fehlen der Fans an der Rennstrecke. "Es war zwar eigenartig, aber so ist das eben", erinnerte er sich beim Rückblick. Markenkollege Jack Miller brachte die sportliche Situation auf den Punkt. "Andrea ist definitiv der Mann, den es zu schlagen gilt."

Alle Trainings, Qualifyings und Rennen sind wie immer in ServusTV live zu sehen. Zu haben sind seit vergangenen Sonntag bereits die Tickets für die nächstjährigen Rennen, u.a. auch auf www.projekt-spielberg.com/motogp/tickets. Geplant ist der nächste Grand Prix von Österreich vom 13. bis 15. August 2021.

Quelle: Agenturen