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Dezimierte Bayern empfangen Hütters Gladbacher

07. Jan 2022 · Lesedauer 6 min

Ab 20:30 Uhr bestreiten Tabellenführer FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach den Rückrundenauftakt der Deutschen Bundesliga. Während die Bayern mit coronabedingten Ausfällen zu kämpfen haben, wollen die von Adi Hütter trainierten Gladbacher die schwache Hinrunde vergessen machen. PULS 24 überträgt ab 20:00 Uhr live und liefert die Key Facts zum Topspiel.

Gerade einmal 19 Tage hat die Winterpause in der Deutschen Bundesliga gedauert. Am Freitag bestreiten der FC Bayern und Borussia Mönchengladbach den Rückrundenauftakt. 

Die Ausgangslage 

Die Münchner starten dabei einmal mehr in der Pole Position ins Frühjahr und steuern auf den zehnten Meistertitel in Serie zu. Mit 14 Siegen aus 17 Spielen haben die Bayern eine fast perfekte Hinrunde und sich bereits einen Polster von neun Punkten auf den ersten Verfolger, Borussia Dortmund, erspielt.

Ganz anders die Situation in Gladbach: Die Borussia hinkt den eigenen Erwartungen hinterher und liegt nach dem Herbst auf Rang 14 - mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Bei den letzten fünf Spielen vor der Winterpause holte man nur einen Zähler. Mit nur 19 Punkten spielte das Team von Adi Hütter die schwächste Hinrunde seit der Saison 2016/17. 

Die Personallage 

Obwohl die Vorzeichen klar erscheinen, herrscht im Lager der Bayern Anspannung und Panik. Grund dafür ist ein Corona-Cluster in der Mannschaft, der gleich neun Spieler erwischt hat. Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Omar Richards, Alphonso Davies, Lucas Hernández, Tanguy Nianzou, Corentin Tolisso, Leroy Sané und Kingsley Coman werden dem Meister am Freitag fehlen.

Zudem muss Trainer Julian Nagelsmann auf Eric Maxim Choupo-Moting und Bourna Sarr verzichten, die für den Afrika Cup abgestellt wurden. Leon Goretzka und Josip Stanišić trainieren nach Verletzungen individuell und sind für das Spiel gegen Gladbach wohl auch keine Option. Bemühungen der Münchner das Spiel zu verschieben, scheiterten.

Doch auch Gladbach hat mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Mit Denis Zakaria, Joe Scally, Mamadou Doucouré und Keanan Bennetts wurden ebenfalls vier Spieler positiv auf das Coronavirus getestet. Ramy Bensebaini ist für den Afrika Cup abgestellt, dazu fehlt Jonas Hofmann nach einer Knieverletzung. 

Gladbach: Der Angstgegner der Bayern 

In der jüngeren Vergangenheit gelang es der Borussia wie kaum einer zweiten Mannschaft den Bayern immer wieder ein Bein zu stellen. Gegen keinen Gegner verloren die Münchner in der Bundesliga-Historie öfter (26-mal), bei keinem Gegner kassierte man mehr Tore (135). 

Exemplarisch dafür steht das 5:0-Debakel, das Gladbach dem FCB in dieser Saison in der zweiten Runde des DFB-Pokals zufügte, der einzige Makel in einer ansonsten perfekten Hinrunde. Auch beim Saisonauftakt (1:1) nahmen die "Fohlen" dem Tabellenführer Punkte ab. In den letzten zehn Begegnungen der beiden Teams, hatte Gladbach mit fünf Siegen, vier Niederlagen und einem Remis die Nase vorn. Die ewige Bundesliga-Bilanz spricht für den deutschen Rekordmeister (51 Bayern-Siege, 26 Gladbach-Siege, 30 Remis)

Die Trainerstimmen zum Spiel 

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Julian Nagelsmann (FC Bayern): "Ich habe schon so ganz leichte Revanche-Gedanken. Es ändert nichts mehr am Pokal-Ausgang, aber wir haben auch in der Liga nicht gewonnen. Mir ist es relativ bumms, ob wir nur U23-Spieler auf der Bank haben, ich will trotzdem gewinnen. Gladbach ist nach wie vor eine herausragende Mannschaft. Sie haben eine extreme Wucht vorne und sehr clevere Spieler. Es ist eine Mannschaft, die sich locker rausboxen kann aus ihrer aktuellen Situation. Wir werden versuchen, gut dagegen zu boxen, um die drei Punkte in München zu behalten."

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Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Trotz der Ausfälle einiger bekannter Spieler hat die Mannschaft (des FC Bayern, Anm.) immer noch eine hohe Qualität. Speziell in der Offensive haben sie nicht so viele Ausfälle. Wir dürfen uns nicht nur hinten reinstellen, sonst hat Bayern die große Qualität, mit viel Personal im Strafraum gefährlich zu sein. Wir müssen eine gute Mischung finden. Wenn wir den Ball verlieren, müssen wir läuferisch überzeugen und gut verteidigen. Wir müssen aber auch mutig auftreten, versuchen nach vorne zu spielen. Wir können uns nicht nur einigeln, sondern müssen gute Lösungsansätze haben."

Bayern unter Nagelsmann auf Rekord-Kurs 

Dass der FC Bayern unter Julian Nagelsmann bisher eine überragende Saison spielt, beweist ein Blick auf die Statistiken: Mit einer Siegquote von 82 Prozent, einem Punkteschnitt von 2,53 pro Spiel und einer Torquote von 3,3 pro Partie, weist der im Sommer von RB Leipzig verpflichtete Coach die historisch besten Werte aller Trainer, die länger als fünf Spiele bei einem Club tätig waren, auf. 56 erzielte Tore nach 17 Spieltagen sind zudem ein neuer Bundesliga-Rekord für den Verein. 

Zudem haben die Bayern zuletzt 64 Bundesliga-Spiele in Folge mindestens ein Tor erzielt. Sollte am Freitag ein Treffer gelingen, würde man den eigenen Rekord aus den Jahren 2012 bis 2014 einstellen. Zum Jahresauftakt haben die Bayern die letzten sechs Spiele in Folge gewinnen können. Im eigenen Stadion kassierte man letztmals 1994 eine Niederlage im ersten Spiel nach Silvester. 

Man to Watch: Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) 

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Bei den Gästen aus Gladbach wird vor allem Abwehrchef Matthias Ginter im Fokus stehen - und das nicht nur wegen des zu erwartenden Offensivdrucks durch Lewandowksi, Müller und Co. Der deutsche Weltmeister von 2014 gab in der Winterpause bekannt, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Gladbach nicht verlängern wird. Somit gehen der 27-Jährige und die Borussia nach fünf Jahren getrennte Wege. 

Wo es Ginter hinziehen wird, ist noch unklar. Via "Instagram" kündigte er jedoch an, noch einmal mit voller Kraft in die Rückrunde zu starten und alles dafür zu geben dem Verein beim Erreichen der gemeinsamen Ziele zu helfen. 

Man to Watch: Marc Roca (FC Bayern)

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Im dezimierten Bayern-Aufgebot wartet auf Marc Roca eine verantwortungsvolle Aufgabe. Da im defensiven Mittelfeld Leon Goretzka aller Voraussicht nach ausfällt und Joshua Kimmich wohl in der Abwehr aushelfen wird, wird Roca den Takt im Mittelfeld neben ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer angeben.

Der 25-jährige Spanier, der 2020 von Espanyol Barcelona kam und von vielen Seiten bereits als Transfer-Flop abgestempelt wurde, überzeugte bereits gegen Ende der Hinrunde mit starken Leistungen. Gegen Gladbach hat Roca die Chance, sich erneut ins Rampenlicht zu spielen. 

PULS 24 Prognose: Unentschieden

Auch wenn die Bayern eine überragende Saison spielen, wiegt der Ausfall von zahlreichen Stammspielern - vor allem in der Defensive - schwer. Zudem ist mit Gladbach der Angstgegner in der Allianz Arena zu Gast. Die Vorzeichen lassen es nicht unwahrscheinlich erscheinen, dass die Borussia mindestens einen Punkt aus München mit nach Hause bringt. 

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Maximilian PatakQuelle: Redaktion