Deutscher Zorn ist neuer Sport-Vorstand der Austria
Zorn tritt das Amt sofort an. Er war von der Investorengruppe der Wiener im November nominiert worden. Werner hatte den Deutschen als seinen Nachfolger auserkoren. Wie die Austria bekannt gab, wurde der Vorschlag vom Aufsichtsrat einstimmig angenommen. Zorn und Finanz-Vorstand Harald Zagiczek tragen demnach die Gesamtverantwortung für den Club. Die beiden Vorstände würden wesentliche Entscheidungen gemäß der neu beschlossenen Geschäftsordnung gemeinsam treffen.
Der Aufsichtsrat habe sich "intensiv" mit der Personalie beschäftigt und sei nach einem Hearing zum Entschluss gekommen, dass Zorn "fachlich für diese Position sehr gut geeignet ist", sagte Clubchef Kurt Gollowitzer in einer Aussendung. "Im Sinne der Austria war es für mich ausschlaggebend, dass er sich mit der Sportstrategie des Clubs voll identifizieren kann und gemeinsam mit der bestehenden Sportdirektion den Grundstein für eine positive Zukunft von Austria Wien legen möchte."
Der studierte Jurist und ehemalige Spielervermittler Zorn galt in Österreich bereits bei Sturm Graz als Kandidat für den Sport-Vorstand. Der Meister entschied sich im Herbst 2024 für Michael Parensen. Zorn begann als Sportmanager, arbeitete von 2019 bis 2020 als Sportvorstand bei Spartak Moskau und von 2021 bis 2022 als Sportdirektor von Lok Moskau. In die Zeit bei Lok fiel auch Zorns Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick. Der ÖFB-Teamchef soll auch eine Empfehlung für seinen Landsmann abgegeben haben.
Zorn: Strategie des Clubs "starke Basis"
Austrias neuer Sportchef bezeichnete seine neue Aufgabe als "äußerst attraktiv". "Die Strategie des Clubs, mit Kernelementen wie der richtigen Kader-Balance, einer stringenten Transferpolitik sowie der Förderung von jungen Spielern, bildet eine starke Basis, um die Austria im Verbund mit dem bestehenden Team nachhaltig weiterzuentwickeln", urteilte Zorn. Es gelte, alle Entscheidungen an einer "klar definierten sportlichen Identität" zu orientieren.
Er freue sich nun einmal in einem ersten Schritt darauf, alle Bereiche des Clubs kennenzulernen und sich einen umfassenden Gesamteindruck zu verschaffen. Seine offizielle Vorstellung soll vor dem Bundesliga-Startschuss ins Frühjahr in der kommenden Woche erfolgen. Über die Vertragsdauer machte die Austria keine Angaben.
Unstimmigkeiten gingen Bestellung voraus
Zorns Bestellung gingen erneut Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und der Investorengruppe WTF (we think forward) um Werner voraus. Die Vereinsspitze um Gollowitzer und Zagiczek hatte im November mit Wagner einen neuen sportlichen Leiter bestellt, nachdem zuvor die Trennung von Manuel Ortlechner bekannt gegeben wurde. Der ehemalige Profi galt als Vertrauter von Werner, der - was kein großes Geheimnis ist - mit den handelnden Personen im Verein auf Kriegsfuß steht.
Wagner baute eine dreiköpfige Sportdirektion auf, die den jungen Weg forcieren und der finanziell weiter schwer angeschlagenen Austria Einnahmen ermöglichen soll. Mit dem Transfer von Abwehrtalent Ifeanyi Ndukwe (17) zu Liverpool wurde schon ein Erfolg verbucht. Die Sportdirektion ist Zorn nun faktisch unterstellt. Gollowitzer merkte vor zwei Monaten an, dass sich ein neuer Sport-Vorstand mit der neuen Strategie "auch identifizieren wird müssen".
Zorn wurde von den Investoren, der Viola Investment GmbH, für den Posten des Sport-Vorstands auserkoren. Der Verein hätte bei fünf Stimmen im neunköpfigen Gremium grundlegend einmalig ein Veto dagegen einlegen können. Dazu kam es nicht. Im Hintergrund soll die Austria wieder einmal daran arbeiten, die Anteile der WTF zurückzukaufen. Laut Angaben des "Kurier" (Online-Ausgabe) sind mittlerweile 7,5 Millionen Euro dafür fällig, Werner und seine Gruppe auszuzahlen. Gemäß einer Vertragsklausel gebe es dann auch die Möglichkeit, sich von Zorn innerhalb einer gewissen Frist wieder zu trennen.
Zusammenfassung
- Tomas Zorn (39) ist neuer Sport-Vorstand der Wiener Austria und übernimmt gemeinsam mit Finanz-Vorstand Harald Zagiczek die Gesamtverantwortung für den Club.
- Die Bestellung erfolgte einstimmig durch den neunköpfigen Aufsichtsrat nach Nominierung durch die Investorengruppe Viola Investment GmbH, ein Veto wurde nicht eingelegt.
- Für den Rückkauf der Anteile der Investorengruppe WTF sind laut "Kurier" 7,5 Millionen Euro nötig, wobei eine Vertragsklausel eine Trennung von Zorn innerhalb einer Frist ermöglicht.
