APA - Austria Presse Agentur

Bayern nach Double weiter titelhungrig - "Kein Limit"

05. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Nach der Double-Krönung in der so schwierigen Corona-Saison hat Deutschlands Fußball-Primus Bayern München noch nicht genug. Auf den 13. Doppelerfolg aus DFB-Pokal und Meisterschaft soll im August auch noch der Titel in der Champions League folgen. "Wir haben noch den dritten Pokal. Wir haben große Ziele, nachdem wir das Double gewonnen haben", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Zuerst wurde aber erst einmal der 4:2-Cup-Triumph über Bayer Leverkusen gefeiert. "Wenn man das Double holt, ist es wichtig, dass man die Mannschaft mal hochleben lässt", so Rummenigge. Trainer Hansi Flick war "absolut happy". Der 55-Jährige bejubelte wie bisher nur Niko Kovac das Double als Spieler und Trainer. "Ich habe nicht gewusst, dass meine Mannschaft so stark ist", meinte Flick.

Leon Goretzka sah nach dem "i-Tüpfelchen" Pokalsieg blendende Perspektiven für sein Team. "Das macht Spaß, wenn du merkst, alle sind hungrig, alle wollen gewinnen und bis ans Limit gehen", sagte Goretzka. "Aktuell sehe ich kein Limit."

Flick gönnt seinem Starensemble nach dem Triumph im leeren Berliner Olympiastadion 13 Tage Verschnaufpause. Danach soll es ausgeruht ans nächste große Ziel gehen, das im Idealfall am 23. August mit dem Champions-League-Finale in Lissabon endet. "Wir werden uns auf jeden Fall top vorbereiten und geben unser Bestes, das Triple zu holen", versicherte Goalie Manuel Neuer.

In die Feierlichkeiten mischten sich aber auch nachdenkliche Worte. Zum einen vermissten alle die Zuschauer. "Es ist echt ein bisschen ein trauriger Moment. Wenn in so einem Pokalfinale in diesem herrlichen Stadion die Fans fehlen", erinnerte Thomas Müller an schwierige Corona-Zeiten.

Auch die Zukunftsperspektiven von David Alaba, der per Freistoß das 1:0 erzielt hatte, und Thiago, die ihre im Sommer 2021 auslaufenden Verträge bisher nicht verlängert haben, dämpften die Stimmung etwas. "Ich werde mich auf jeden Fall mit allem, was ich habe, einsetzen, dass wir zwei solche Qualitätsspieler in den Reihen halten können", versprach Flick und bezeichnete Alaba als "Herzstück" des Starensembles.

Bei Alaba, der seit seiner Jugend für die Bayern aufläuft, scheinen die Chancen auf einen Verbleib größer zu sein als bei Thiago. Das sollte vorerst aber alles kein Thema sein. "Heute mal feiern", sagte Jungvater Alaba, als er nach seinen weiteren Plänen befragt wurde.

Leverkusen steht nach dem nächsten verlorenen Finale wieder einmal mit leeren Händen da. Die Frage, ob der Stolz auf die gute Leistung oder die Enttäuschung überwiege, war noch gar nicht fertiggestellt, da antwortet Bayer-Trainer Peter Bosz sofort: "Die Enttäuschung. Ganz deutlich. Wenn man im Finale steht, will man das auch gewinnen."

Im August haben Julian Baumgartlinger und Co. beim Final-Turnier der Europa League aber noch eine Chance. "Wir müssen jetzt die Wunden lecken und unsere Enttäuschung verarbeiten", sagte Sportdirektor Simon Rolfes: "Denn eins ist klar: Wir haben in der Europa League noch richtig was vor." Es wäre dann der erste Titel seit 27 Jahren, seit dem einzigen Pokalsieg 1993. Seit Samstag liegen dazwischen nun schon neun zweite Plätze.

Quelle: Agenturen