APA - Austria Presse Agentur

Austria holte nach Blitzstart im Wiener Derby 1:1 bei Rapid

05. Dez 2021 · Lesedauer 5 min

Das 334. Wiener Fußball-Derby hat ein 1:1 und damit Neo-Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer zumindest einen Teilerfolg gebracht.

Im Geisterspiel in Hütteldorf musste Grün-Weiß am Sonntag schon nach 49 Sekunden die Führung der Austria durch Matthias Braunöder verdauen, war in der Folge aber zumindest leicht tonangebend und kam durch den Foulelfer von Ercan Kara (25.) zu einem verdienten Punkt. Für beide Teams reichte eine mäßige Leistung zum Sprung in die Top Sechs.

Rapid ist mit 21 Zählern Fünfter, die punktegleiche Austria Sechster, dahinter lauern Ried (21), Hartberg (20) und die WSG Tirol (19). In der letzten Runde vor der Winterpause gastiert Rapid noch bei der Admira, die Austria empfängt den LASK, der als Zehnter auch nur vier Zähler weniger auf dem Konto hat.

Beide Teams ohne Kapitän

Feldhofer nahm im Vergleich zum 2:2 in Ried vier Änderungen vor, einmal mehr fehlte Kapitän Maximilian Hofmann nach seiner Corona-Erkrankung. Die Austria agierte ohne Kapitän Markus Suttner (Hüftprellung), der zuletzt beim 2:1 über Sturm Graz gesperrte Braunöder kehrte in die Startelf zurück.

Just Braunöder war es, der - neben schwacher Defensivarbeit von Grün-Weiß - für einen Paukenschlag sorgte: Der unbedrängte 19-Jährige beförderte eine Hereingabe von Ziad El Sheiwi ins lange Eck und erlegte Feldhofer damit eine erste Prüfung auf.

Rapid gestaltete in der Folge dann auch das Spiel, agierte dabei aber nur mäßig kreativ. Vor allem Aktivposten Taxiarchis Fountas trat mehrmals in Erscheinung. Der Grieche schoss aus der Drehung über das Tor (10.) bzw. leicht abgefälscht ans Außennetz (18.) und brachte Austria-Goalie Patrick Pentz mit einem zu zentralen Weitschuss nicht in Verlegenheit (18.).

Ausgleich nach Martels-Foul

Violett tauchte offensiv hingegen fast völlig ab und verlor noch dazu früh Außenbahnspieler El Sheiwi mit einer Fußblessur. Für ihn wechselte Manfred Fischer vom Zentrum an die Seite, der neu gekommene Can Keles agierte nun neben Stürmer Marco Djuricin. Den Ausgleich konnten sie auch nicht verhindern: Nach einem ungeschickten Foul Eric Martels an Robert Ljubicic agierte Kara vom "Punkt" souverän.

Rapid hätte noch vor der Pause erhöhen können, vor allem Christoph Knasmüllner mit einem Latten-Klopfer beim Freistoß (42.) scheiterte daran nur hauchdünn. Die Austria verzeichnete hingegen lediglich eine weitere Szene, als Martin Moormann einen Keles-Versuch gefährlich abfälschte (45.+1).

Und doch wären die "Veilchen" fast mit einem Deja-vu in die zweite Hälfte gestartet: Beim behäbigen Spielaufbau der Hausherren intervenierte Djuricin wenige Sekunden nach Wiederbeginn erfolgreich und zog in den Strafraum. Seinen brandgefährlichen Stanglpass fing Filip Stojkovic per Hasardaktion vor Aleksandar Jukic aber noch ab. Und auch wenn Fountas Pentz zu einer weiteren Parade zwang (52.), war die Partie, in der es teilweise hartes Einsteigen und sieben Gelbe Karten gab, nun etwas ausgeglichener.

Für die - wenigen - offensiven Highlights aber sorgte im Dauerregen weiter Rapid. Kara zielte nach sehenswerter Ballmitnahme am langen Eck vorbei (64.), Maximilian Ullmann brachte Pentz mit einem Weitschuss leicht ins Schwitzen (69.). Im Finish verzog Fountas aus gut zwölf Metern bei einer echten Topchance (82./drüber), es blieb beim Remis. Zum fünften Mal in Folge endete damit ein Derby mit einem Unentschieden.

WAC nach 3:0-Heimsieg gegen Altach Tabellenzweiter 

Weder Winterwetter noch die Gäste aus Altach konnten den WAC bremsen. Die Wolfsberger gewannen die mit zweieinhalb Stunden Verspätung angepfiffene Partie gegen das Tabellenschlusslicht klar mit 3:0 und lösten mit dem siebenten Sieg in den jüngsten acht Spielen Sturm Graz auf Rang zwei ab. Nach der Schneeräumung und bei guten Bedingungen sorgte danach Thai Baribo mit seinem siebenten Saisontor für die Führung (38.), der kurz davor eingewechselte Dario Vizinger (70.) und Eliel Peretz (77.) machten alles klar.

Altach hielt in der ersten halben Stunde gut dagegen und kreierte in Kontern auch die eine oder andere gefährliche Aktion. Danach bekam der WAC das Spiel aber immer besser unter Kontrolle und belohnte sich mit drei Treffern. Altach ist damit schon fünf Spiele ohne Punkt und ohne Torerfolg und hat nun drei Zähler Rückstand auf den Vorletzten Admira.

Stärker vom Punkt: LASK gewann 62. OÖ-Derby gegen Ried 1:0 

Der LASK meldete sich indes mit dem 1:0-Derbysieg gegen Ried im Rennen um die Meistergruppe zurück und revanchierte sich für die Niederlage im ersten Saisonduell. Ein von Sascha Horvath verwandelter Handelfmeter (4.) machte im wenig hochstehenden, aber turbulenten 62. Oberösterreich-Derby den Unterschied. Rieds Stefan Nutz vergab hingegen einen Foulelfmeter (77.). Die Ungeschlagen-Serie der "Wikinger" endete nach vier Partien.

Dabei spielte der LASK nach einer Roten Karte für Milos Jovicic (3.) eine Hälfte lang in Überzahl, musste nach Gelb-Rot für Peter Michorl (50.) aber doch noch um den vierten Saisonsieg zittern. Die Linzer verkürzten den Rückstand in der Tabelle auf Ried und auf die Top sechs der Liga auf vier Punkte. Nach einem weiteren Heimspiel in der Conference League gegen Helsinki gastieren die Linzer zum Jahreskehraus bei der Wiener Austria. Ried empfängt Altach. Danach sind bis zur Liga- und Punkteteilung noch vier Runden zu spielen.

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam