APA - Austria Presse Agentur

Auböck in Budapest um erste OSV-Langbahn-Medaille seit 2014

16. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Die zweite Woche bei Schwimm-Europameisterschaften steht wie stets im Zeichen der Langbahn-Bewerbe, das österreichische Team tritt ab Montag in Budapest mit neun Frauen und zehn Männern an. Knapp drei Jahre nach jenen von Glasgow sind die wegen Corona um zwölf Monate verschobenen Titelkämpfe in Ungarn Olympia-Test und -Qualifikationsmöglichkeit. Alle fünf schon für die Spiele in Tokio qualifizierten OSV-Aktiven sind am Start, einige weitere hoffen noch auf Tickets nach Japan.

Felix Auböck hat über 200, 400 und 800 m Kraul die "Olympic Qualifying Time" unterboten, das bedeutet für Tokio jeweils eine fixe Startberechtigung. In Budapest bestreitet der 24-Jährige gleich am Montag aber nur den 400er, begibt sich unmittelbar danach wieder ins Training für Olympia. 2016 in London 2018 wurde er über diese Distanz jeweils EM-Vierter, nun soll es mit seiner ersten Medaille bei einem Großereignis klappen. Auböcks Leistungen im April in Stockholm waren vielversprechend.

"Die 400 m wollte ich unbedingt schwimmen, weil es auch ein weiterer Vergleich auf dem Weg nach Tokio ist", meinte der Kraulspezialist. Vor der Rückkehr an seinen Studienort wird Auböck am Dienstag einen Zwischenstopp mit einem Olympia-Gesundheitscheck in Wien machen. Vor sieben Jahren hat Lisa Zaiser in Berlin mit Bronze über 200 m Lagen die bisher letzte EM-Medaille für den OSV auf der Langbahn geholt. Auböck hat nun zweifellos die beste Chance, da anzuknüpfen.

Ebenfalls drei Fix-Tickets für die Spiele hat Bernhard Reitshammer. Der Tiroler hat für fünf Strecken genannt, wird aber nur auf drei antreten. Denn 50 m Rücken und 100 m Brust am Montag sowie 200 m Lagen und 100 m Rücken am Mittwoch folgen jeweils unmittelbar hintereinander. Die Entscheidung pro und contra eines Bewerbs fällt nach Studium der Nennlisten. "Am meisten Chancen rechne ich mir über 200 m Lagen aus", meinte der 26-Jährige zur APA - Austria Presse Agentur.

Reitshammer hofft auf ein bis zwei Semifinalteilnahmen, aber auch eine Finalteilnahme käme nicht unerwartet. Gleiches gilt für Caroline Pilhatsch über 50 m Rücken. Die Vize-Weltmeisterin auf dieser Strecke auf der Kurzbahn in 2018 setzt sich das auch als Ziel, zudem geht es für sie über 100 m Rücken noch um das Olympia-Limit. "Wenn der 100er jetzt so klappt wie erhofft, ist das Limit auf jeden Fall möglich", ließ die 22-Jährige wissen. "Aber ich versuche, mir nicht allzu viel Druck zu machen."

Christopher Rothbauer ist seit Februar Trainingspartner der Steirerin bei Dirk Lange. Für den Brustlagen-Spezialist werden die EM-Ergebnisse auch Aufschluss in Richtung Olympia geben, wie sich die Änderung im Trainingsumfeld ausgewirkt hat. Weitere Fix-Qualifizierte für die Sommerspiele sind Rothbauers frühere Südstadt-Trainingspartnerinnen Lena Grabowski und Marlene Kahler. Valentin Bayer, ebenso ein Südstadt-Schützling und Brustlagen-Spezialist, ist einer der weiteren Olympia-Kandidaten.

Der Kärntner Heiko Gigler versucht, über 50 m Kraul auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Von seinem österreichischen Rekord fehlen dem 24-Jährigen 29/100 auf die zu erreichende Norm. Claudia Hufnagl wiederum hofft auf ein Limit über 200 m Delfin am Mittwoch, ihr fehlen von ihrer OSV-Bestleistung freilich 1,33 Sek. darauf. Die Wienerin bleibt daher realistisch: "Sicher will ich (OSV, Anm.)-Bestzeit und Olympia-Limit schwimmen. Aber mir ist gerade wichtig, das Finale zu erreichen."

Schon mit Olympia-Erfahrung, aber ohne große Hoffnung auf Tokio ist Lena Kreundl. Die in der Schweiz trainierende Oberösterreicherin klagt über Langzeitfolgen einer Corona-Infektion vom Dezember. "Die vergangenen Wochen waren für mich nicht leicht", erklärte die 23-Jährige. Nach einigen medizinischen Tests habe sie sich für ein EM-Antreten entschieden. "Momentan geht es einen Tag besser und einen Tag schlechter, deshalb wird es ein kleines Überraschungspaket."

Quelle: Agenturen