APA - Austria Presse Agentur

Andreas Heraf verwundert über Ried-Aus

09. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Ried-Coach Andreas Heraf ist verwundert über sein Aus als Trainer der SV Ried. Der Bundesligist hatte die Trennung von seinem Coach am Montag bekannt gegeben.

Am Montag gab die SV Ried die Trennung von Trainer Andreas Heraf bekannt. Nachdem sich Heraf in der offiziellen Aussendung des Vereins noch für eine "wunderbare und erfolgreiche Zeit" bedankte, stimmte der 54-Jährige im "ORF"-Interview andere Töne an:  "Ich verstehe es eigentlich nicht, weil mein Zugang zum Fußball so ist, dass ich Bundesligafußball als absoluten Leistungssport sehe. Leistungssport ist für mich ganz klarer Ergebnissport, also von der Warte ist es natürlich für mich nicht nachzuvollziehen", so Heraf, der zuletzt wegen Problemen mit den Stimmbändern von seinem Co-Trainer Christian Heinle vertreten wurde. 

Spekulationen, dass die gesundheitliche Situation des ehemaligen ÖFB-Nachwuchsleiters zur Trennung geführt haben könnte, wies Heraf ebenfalls zurück: "Fakt ist, mir geht es richtig gut." Der gebürtige Wiener hat die SV Ried vergangene Saison zum Klassenerhalt geführt und in der aktuellen Spielzeit vor seiner Erkrankung auf Platz vier übergeben. Dennoch soll der ergebnisorientierte Spielstil der Mannschaft die Verantwortlichen nicht mehr überzeugt haben. 

Heraf verteidigt seine Taktik mit Verweis auf die guten Ergebnisse und hat auch einen Vergleich parat: "Wenn ein Klub 1.000 Pässe im Spiel sehen will, dann soll er mich nicht anrufen. Wenn man aber einen Trainer braucht, der Resultate bringt, dann wissen sie, wen sie anrufen sollen. Es ist ganz einfach. Wenn ich eine blonde Freundin suche, werde ich mir auch kein schwarzhaarige nehmen."

"Wenn du in drei Monaten anrufst, wird es teuer"

Die Trennung sei dennoch fair verlaufen, wie Heraf betont: "Wir haben den Vertrag beendet und das ist für mich in Ordnung. Ich schätze Roland Daxl und ich glaube, er mich auch." Einen "Schmäh" konnte sich Heraf zum Abschluss jedoch nicht verkneifen: "Ich habe ihm im Schmäh gesagt: Roland, ich hoffe nicht, dass du mich in drei Monaten wieder anrufst, weil dann wird es teuer." Der scheidende Coach lässt jedoch die Türe für eine etwaige Rückkehr auch einen Spalt offen: "Aber selbst wenn er wirklich anruft und sagt, dass er mich braucht, bin ich da. Ich habe kein Problem damit. Ried war für mich eine schöne Station."

Maximilian PatakQuelle: Redaktion