Alexandri-Schwestern kehren Österreich den Rücken
Das Trio dankte dem österreichischen Verband. "Die Unterstützung, die Möglichkeiten und die Bedingungen, die er uns gegeben hat, haben wesentlich zu unserer sportlichen Entwicklung und zu unserer Ausbildung als Spitzensportler beigetragen. Diese Erfahrung wird immer ein wichtiger und geschätzter Teil unserer sportlichen Laufbahn bleiben. Gleichzeitig sind wir jedoch der Meinung, dass es an der Zeit ist, zu unseren Wurzeln zurückzukehren", wurden die 28-jährigen Alexandris in einer OSV-Aussendung zitiert. Der Verband wurde von der Entscheidung "überrascht, es war sehr emotional", sagte OSV-Sportdirektor Walter Bär.
Die Alexandris waren nach der Rückkehr von Kurzzeittrainerin Takako Nakajima aus familiären Gründen in ihre Heimat Japan im vergangenen Jahr seit Monaten ohne Trainerin, konnten somit nicht richtig trainieren. Welche genauen weiteren Gründe - in der Aussendung wurden "private" genannt - mitgespielt haben, ist nicht ganz klar. Fakt ist, dass die Alexandris nicht mehr für Österreich starten können, genauso aber aktuell nicht für Griechenland. Um die Sportnationalität wechseln zu können, müsste eine entsprechende Anfrage des griechischen Verbands gestellt werden. Österreich müsste dann auch zustimmen.
"Wir danken Anna-Maria, Eirini und Vasiliki für ihren Einsatz und gratulieren ihnen zu den einzigartigen Erfolgen, die sie auch für Österreich, die Fördergeber und den Schwimmverband erschwommen haben. Wir wünschen den Damen alles Gute für ihren weiteren sportlichen wie auch privaten Weg", sagte OSV-Präsident Arno Pajek. Zu ihren größten Erfolgen zählen unter anderem zweimal WM-Gold, zweimal WM-Bronze, sowie eine EM-Gold, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen durch Anna-Maria/Eirini-Marina. Vasiliki holte im Solo zwei Vize-WM-Titel sowie zweimal EM-Gold und dreimal EM-Silber.
Rückkehr nach Griechenland in nächsten Tagen
"Mit ihren Erfolgen haben sie dem österreichischen Synchronschwimmen internationale Sichtbarkeit verschafft und als Vorbilder für eine ganze Generation junger Sportlerinnen gewirkt", sagte Sporthilfe-Geschäftsführer Gernot Uhlir. Seit 1. Jänner 2016 wurden die Alexandri-Schwestern von der Österreichischen Sporthilfe begleitet und gefördert, nachdem sie 2012 nach Österreich kamen und zwei Jahre danach die Staatsbürgerschaft erhielten. In den nächsten Tagen werden sie mit ihrer Mutter zurück nach Griechenland fliegen.
Für Österreichs Synchronschwimmen ist es ein herber Schlag, in den Kampf um Medaillen wird man in den nächsten Jahren dadurch nicht mehr mitmischen können. "Es gibt talentierten Nachwuchs, aber die sind im Juniorenalter, das dauert schon seine Zeit", sagte Bär. Bei der EM in Paris wird Österreich sicher nicht vertreten sein.
Zusammenfassung
- Für das österreichische Synchronschwimmen bedeutet der Weggang einen herben Rückschlag, da der Nachwuchs noch im Juniorenalter ist und Österreich bei der kommenden EM in Paris nicht vertreten sein wird.
