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"Meilenstein"

Regierung will Impfen in Apotheken ab 2027 ermöglichen

Heute, 11:01 · Lesedauer 2 min

Die Bundesregierung will ab dem kommenden Jahr das Impfen in Apotheken ermöglichen. Das hat Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) im Rahmen eines gemeinsamen Medientermins mit Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) angekündigt.

Damit werde man einen großen Wunsch der Bevölkerung in die Umsetzung bringen, so Babler. Noch heuer soll ein Angebot für alle, sich niederschwellig in Apotheken impfen zu lassen, beschlossen werden.

NEOS-Chefin Meinl-Reisinger sprach von einem "Meilenstein" für den Gesundheitsbereich, für den man lange gekämpft habe. Angesichts der Wissenschaftsfeindlichkeit sei es "wichtig, ein niederschwelliges Angebot zu schaffen, das auch angenommen wird", meinte sie. 

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) werde beauftragt, ein Modell auszuarbeiten. "Wir werden in den nächsten Wochen mit Gesprächen mit den Systempartnern beginnen", hieß es auf Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. 

Lange Forderung der Apothekerkammer

Um die Impfquote zu erhöhen, sei ein niederschwelliger Zugang neben Information und Bewusstseinsbildung essenziell. Die Grünen begrüßten den "wichtigen und längst überfälligen Schritt" und verwiesen auf ihren seit einem Jahr vorliegenden beschlussfertigen Gesetzesentwurf dazu. 

Die Umsetzung des Grünen Herzensprojekt sei in der letzten Legislaturperiode an der ÖVP gescheitert. "Politische Mühlen mahlen manchmal sehr langsam, umso größer ist die Freude, dass unsere Forderung nun endlich umgesetzt wird", so Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner in einer Aussendung.

Die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage, um das Impfen auch in den Apotheken zu ermöglichen, wird seit langem von der Apothekerkammer gefordert. 

Die Ärztekammer stemmte sich bisher dagegen, hatte zuletzt aber Gesprächsbereitschaft signalisiert, sollten im Gegenzug die Hausapotheken neugeregelt werden.

Zusammenfassung
  • Ab 2027 soll das Impfen in Apotheken in Österreich möglich werden, wie von der Bundesregierung gemeinsam mit SPÖ, ÖVP und NEOS angekündigt.
  • Noch 2026 soll ein niederschwelliges Impfangebot in Apotheken beschlossen werden, um die Impfquote zu erhöhen und den Zugang zu erleichtern.
  • Die Grünen begrüßen den Schritt und verweisen auf ihren seit einem Jahr vorliegenden Gesetzesentwurf, während die Ärztekammer zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert hat.