HPV-Impfung bringt Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
In Schweden wird allen Kindern im Alter von zehn bis zwölf Jahren die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) angeboten. Rund 90 Prozent der Kinder bekommen die Impfung. Dies reduziert unter anderem das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Hier ging man in klinischen Studien von Schutzraten von bis zu 88 Prozent aus. Wie lange der Effekt aber anhält, war bis jetzt noch nicht vollständig geklärt.
Die neue Studie basiert auf schwedischen Gesundheitsregistern und umfasst über 926.000 Mädchen und Frauen, die zwischen 1985 und 2001 geboren wurden und bis zu 18 Jahre nach der Impfung beobachtet wurden. Es handelt sich um sogenannte Real-World-Daten außerhalb von klinischen Studien. Bei 930 Frauen in der beobachteten Gruppe wurde invasiver Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, 97 davon waren gegen HPV geimpft.
Frauen, die vor dem 17. Lebensjahr geimpft worden waren, hatten den besten Schutz mit einem um fast 80 Prozent geringeren Krebsrisiko im Vergleich zu Ungeimpften. Selbst diejenigen, die im späten Teenageralter oder frühen Erwachsenenalter geimpft wurden, hatten ein reduziertes Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Es gab keine Anzeichen für einen nachlassenden Schutz während des Beobachtungszeitraums, unabhängig vom Zeitpunkt der Impfung.
"Es ist ermutigend, dass der Schutz anhält, wenn junge Mädchen erwachsen werden und das Alter erreichen, in dem Gebärmutterhalskrebs häufig auftritt", sagte Shiqiang Wu, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik und Doktorandin am Institut für Umweltmedizin des Karolinska Instituts. "Dies deutet darauf hin, dass derzeit keine Auffrischungsimpfungen gegen HPV erforderlich sind."
Impfungen in Schulen sind wirksam
Die Studie zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen, die von verschiedenen Impfprogrammen abgedeckt werden. Diejenigen, denen die Impfung über den schulärztlichen Dienst angeboten wurde, hatten ein um 72 Prozent geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zu älteren Altersgruppen, die sich nur außerhalb der regulären Impfprogramme impfen lassen konnten. "Wenn Impfungen in Schulen angeboten werden, erreichen wir mehr Menschen. Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig dies für die Reduktion des Gebärmutterhalskrebsrisikos in der gesamten Bevölkerung ist", sagte Shiqiang Wu.
Die Forscher weisen darauf hin, dass die Studie registerbasiert ist und bestimmte Faktoren, welche die Ergebnisse beeinflusst haben könnten, wie Lebensstil und Sexualgewohnheiten, nicht erfasst wurden. Auch konnte nicht untersucht werden, welcher HPV-Typ die Krebsfälle verursacht hat. Gleichzeitig lieferten die Größe der Untersuchung und der lange Beobachtungszeitraum ein klares Bild der Wirksamkeit der Vakzine unter Real-World-Bedingungen.
Schutz vor anderen Krebsarten
Der nächste Schritt ist die Untersuchung, wie die Impfraten weiter verbessert werden können, um sicherzustellen, dass alle Menschen von den Vorteilen der HPV-Impfung profitieren, so die Autoren der Studie. "Wir werden die Bevölkerung weiterhin beobachten, um die Langzeitwirksamkeit des Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs zu beurteilen, einschließlich der Auswirkungen unterschiedlicher Impfschemata", sagte Jiayao Lei, Assistenzprofessorin am Institut für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des Karolinska Instituts. "Darüber hinaus untersuchen wir, wie die Vakzine Frauen und Männer vor anderen HPV-bedingten Krebsarten schützt."
Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der schwedischen Gesundheitsbehörde und dem Karolinska Universitätskrankenhaus durchgeführt. Sie wurde vom Schwedischen Forschungsrat für Gesundheit, Arbeitsleben und Wohlfahrt, dem Schwedischen Forschungsrat, der Schwedischen Krebsgesellschaft, dem Schwedischen eScience-Forschungszentrum, der Europäischen Union und dem Karolinska Institut finanziert.
(https://doi.org/10.1136/bmj-2025-087326).
Zusammenfassung
- Eine schwedische Langzeitstudie mit über 926.000 Teilnehmerinnen belegt, dass die HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs mindestens 18 Jahre lang deutlich senkt.
- Frauen, die vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden, hatten ein um fast 80 Prozent geringeres Risiko, und bei schulärztlicher Impfung lag die Risikoreduktion bei 72 Prozent gegenüber älteren Gruppen.
- "Es ist ermutigend, dass der Schutz anhält, wenn junge Mädchen erwachsen werden und das Alter erreichen, in dem Gebärmutterhalskrebs häufig auftritt", so die Studienautorin Shiqiang Wu, und derzeit sind keine Auffrischungsimpfungen erforderlich.
