Zahl weiblicher Genitalverstümmelungen steigt weiter an
Zunehmend werde der Eingriff von medizinischem Fachpersonal vorgenommen, hieß es weiter. Nach Angaben der WHO ist dies bei jeder vierten Genitalverstümmelung der Fall. Diese Medikalisierung berge die Gefahr, dass die Praxis gesellschaftlich akzeptiert werde, warnte die DSW am Welttag gegen FGM, dem 6. Februar, weiter. Der Schaden für die Betroffenen sei unabhängig davon, wer den Eingriff vornimmt. Studien deuteten sogar darauf hin, dass medizinisch durchgeführte Verstümmelungen zu schwereren Verletzungen führen könnten.
Einer aktuellen Analyse des Netzwerks "End FGM" zufolge ist weibliche Genitalverstümmelung mittlerweile in mindestens 94 Ländern dokumentiert. Nur 58 Staaten verfügten aber über Gesetze, die die Praxis ausdrücklich verbieten. Auch in Europa lebten rund 600.000 Mädchen und Frauen mit verstümmelten Genitalien.
Weibliche Genitalverstümmelung wird laut der Stiftung meist an Mädchen vor der Pubertät vorgenommen und umfasst verschiedene Eingriffe an den äußeren Genitalien ohne medizinische Indikation. Zu den möglichen Folgen zählen unter anderem Schmerzen, Infektionen, Komplikationen bei Geburten sowie psychische Traumata. Viele der gesundheitlichen Schäden blieben lebenslang, hieß es.
Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, weibliche Genitalverstümmelung bis 2030 zu beenden. Nach Einschätzung der DSW ist dieses Ziel jedoch in Gefahr, da Präventionsprogramme chronisch unterfinanziert seien. Nach dem Rückzug der USA aus entsprechenden UNO-Institutionen seien andere Staaten besonders gefordert, erklärte die Stiftung.
Zusammenfassung
- Weltweit sind laut Hilfsorganisationen rund 230 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, das sind etwa 30 Millionen mehr als noch vor zehn Jahren.
