Zahl getöteter Journalisten erreichte 2025 Höchstwert
Unter der Verantwortung der israelischen Regierung sei es zu mehr gezielten Tötungen von Pressevertretern gekommen als bei allen Regierungen anderer Länder seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als drei Jahrzehnten. Das Committee to Protect Journalists (CPJ) ist eine in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation, die sich weltweit für Pressefreiheit und die Menschenrechte von Journalisten einsetzt.
Durch israelischen Beschuss seien 2025 insgesamt 86 Journalisten ums Leben gekommen, heißt es in dem CPJ-Bericht. Die meisten seien Palästinenser im Gazastreifen gewesen. Zudem seien 31 Mitarbeiter bei einem Angriff auf ein Medienzentrum der Houthi-Rebellen im Jemen getötet worden. Das CPJ stufte 81 Prozent der 47 Tötungen als "Mord" durch Israel ein.
Das israelische Militär reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. In der Vergangenheit hatte die Armee erklärt, in Gaza nur Kombattanten ins Visier zu nehmen. Den Angriff im Jemen hatte Israel vergangenen September bestätigt und erklärt, die Propaganda-Abteilung der Houthis bekämpft zu haben.
Neben dem Nahen Osten zählten der Sudan mit neun und Mexiko mit sechs Toten zu den gefährlichsten Ländern für Berichterstatter. In der Ukraine seien vier Journalisten durch russische Truppen getötet worden. Zu den Opfern des vergangenen Jahres gehörte auch der Reuters-Journalist Hussam al-Masri, der im August im Gazastreifen durch israelischen Beschuss starb.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte den Vorfall damals als "tragisches Missgeschick" bezeichnet. Eine Reuters-Untersuchung widerlegte jedoch die Darstellung des Militärs, es sei auf eine Kamera der radikal-islamischen Hamas gezielt worden. Nach den Ergebnissen der Untersuchung gehörte die Kamera der Nachrichtenagentur Reuters.
Zusammenfassung
- Im Jahr 2025 wurden weltweit 129 Journalisten bei ihrer Arbeit getötet, was einen neuen Negativrekord darstellt.
- Laut dem Committee to Protect Journalists (CPJ) ist Israel für zwei Drittel der Tötungen verantwortlich, darunter 86 getötete Journalisten durch israelischen Beschuss, vor allem im Gazastreifen.
- Neben Israel zählen der Sudan mit neun, Mexiko mit sechs und die Ukraine mit vier durch russische Truppen getöteten Journalisten zu den gefährlichsten Ländern für Medienvertreter.
