APA - Austria Presse Agentur

YouTube löschte Rede von Herbert Kickl

14. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die Videoplattform löschte nach Angaben der FPÖ die Nationalratsrede von FPÖ-Klubchef Herbert Kickl.

Nachdem YouTube nach Aussagen der FPÖ die Parlamentsrede von Klubobmann Kickl vom Mittwoch löschte, gehen die Wogen hoch. Laut einer Aussendung wurde der Kanal auch für eine Woche für das Veröffentlichen von Videos gesperrt. Als Grund habe YouTube ein Verstoß gegen die "Richtlinie zu medizinischen Fehlinformationen über COVID-19" angegeben.

Für die FPÖ ist die Richtlinie "an sich bereits ein unglaublicher Akt der Zensur, denn sie erklärt die 'medizinischen Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder lokaler Gesundheitsbehörden' zur alleine gültigen Wahrheit".

Kickl sprach in seiner Rede (hier Nachzusehen) unter anderem über die Teststrategie der Regierung und auch über die Impfung, bei der "eine völlig neue Technologie zur Anwendung" komme, bei der es nicht ausgeschlossen sei, "dass es einen Einfluss auf die DNA nehmen könnte". Ebenfalls bezweifelt Kickl darin den Schutz einer Impfung vor einer Erkrankung und fordert die Regierung auf, das klar zu kommunizieren.  

Dass eine neue Technologie beim Impfstoff angewendet wird, ist unbestritten. Allerdings ist es für Experten äußerst unwahrscheinlich, dass das Erbgut dadurch beeinflusst werden kann. Ausnahmslosen Schutz kann keine Impfung bieten, bestätigt auch das Robert-Koch-Institut, "ebenso wie kein Medikament bei sämtlichen Patienten wirkt. Allerdings können Impfungen die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich senken."

Richtlinien

YouTube begründete die Löschung auf Anfrage der APA mit den seit Mai 2020 geltenden und laufend überarbeitenden Richtlinien gegen Missinformation im Zusammenhang mit Covid-19. "Wir haben klare Vorgaben, die Videos verbieten, die den örtlichen Gesundheitsbehörden oder der WHO widersprechen, und wir entfernen schnell Videos, die gegen diese Richtlinien verstoßen, wenn sie uns gemeldet werden", teilte ein Sprecher mit.

Diese Richtlinien untersagen die Verbreitung von Falschinformationen über Behandlung, Prävention, Diagnose und Übertragung von Covid-19. Unter anderem rät YouTube seinen Benutzern explizit davon ab, Behauptungen über Corona-Impfungen zu verbreiten, die dem Konsens der Experten von Gesundheitsbehörden und WHO widersprechen.

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl im Interview bei Milborn

Im Interview bei PULS 24 Infochefin Corinna Milborn spricht FPÖ-Klubobmann unter anderem über seine teils martialische Wortwahl, die Corona-Impfung und das Verhältnis zu den Identitären.

Quelle: Redaktion / moe