E-Control-Vorstand: "Es ist noch Gas am Markt verfügbar"

22. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch erklärt im PULS 24 Interview, wie sich Österreich auf einen möglichen Gas-Engpass vorbereitetet und gibt sich dabei zuversichtlich.

Die deutsche Regierung malt ein düsteres Bild und spricht angesichts des Krieges in der Ukraine und der russischen Drohgebärden von Wirtschaftskrisen und Entbehrungen. Die österreichische Regierung gibt sich im Vergleich gelassener und das - geht es nach Urbantschitz - zu Recht: Die Stromproduktion der beiden Länder sei recht unterschiedlich, erklärt er. Während Deutschland 30 Prozent seines Stroms mit Kohle gewinnt, sind es in Österreich zu 80 Prozent erneuerbare Energien.

Gas wird gespeichert

Wir brauchen vor allem im Winter Gas, sagt Urbantschitsch - da würde man im Moment Vorkehrungen treffen, um durch den Winter zu kommen. Etwa durch die Einspeicherung. Mit diesen Einspeicherungen würde man derzeit etwa einen Monat (Vergleichswert ist Jänner) auskommen - das soll auf zwei Monate erhöht werden.

Zusätzlich sind die Erdgasunternehmen aufgerufen, Gas zu speichern - damit komme man derzeit auf 40 Prozent des Jahresverbrauchs. Das Ziel sei aber 80 bis 90 Prozent Füllstand bis zum Winter. Urbantschitsch betont aber, dass nicht das ganze Gas für den österreichischen Markt bestimmt sei.

Derzeit sehe es auf dem Markt noch gut aus, so der E-Control-Vorstand. "Es gibt noch Gas am Markt", auch wenn die Preise hoch seien. Der Tagesbedarf könne gedeckt und es könne eingespeichert werden. Man müsse aber immer damit Rechnen, dass der Gashahn zugedreht oder gedrosselt wird, sagt Urbantschitsch.

Kohlekraftwerk reaktiviert

Die Regierung hat gleichzeitig angekündigt, das Kohlekraftwerk Mellach wieder aktivieren zu wollen. Das Kraftwerk alleine reiche nicht aus, um die Stromversorgung im Winter sicherzustellen, sagt der E-Control-Vorstand. Es sei aber wichtig, auch kleinere Schritte zu gehen, um Gas zu sparen. 

Längerfristig werde man schauen, vom Gas wegzukommen. Kurzfristig könne man eben auf Kohle oder bei der Fernwärme auf Öl umsteigen. Zusätzlich habe die Regierung Entlastungspakete beschlossen, um die hohen Preise für Heizen und Treibstoff abzufedern.

Quelle: Redaktion / koa