APA - Austria Presse Agentur

Wintersaison mit FFP2-Maskenpflicht und 3-G-Regel für Gastro und Seilbahnen

20. Sept 2021 · Lesedauer 4 min

Für den Winter-Tourismus wird die 3-G-Regel und die FFP2-Maskenpflicht für die Gastronomie, Hotels und Seilbahnen gelten. Ab Stufe drei gilt nur noch ein PCR-Test als Nachweis.

"Heuer wird es auf jeden Fall einen Winterurlaub geben", kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger am Montag für die Wintersaison in den Skigebieten an.

Der Drei-Stufen-Plan der Regierung und damit die Auslastung der Intensivbetten wird auch für den Wintertourismus als Richtlinie herangezogen.

FFP2-Maskenpflicht und 3-G-Regeln in der Gastro, auf Märkten und in Seilbahnen

Die Maskenpflicht sei die einzige Einschränkung für Geimpfte und Genesene, so Köstinger. 

Après-Ski wird möglich sein, es gelten die Regeln für die Nachtgastronomie. Tirols Landeshauptmann Platter kündigte scharfe Kontrollen an. Gemeinden sollen die Möglichkeit haben, Sperrstunden vorzuverlegen. 

Für Seilbahnen und Gondeln sind keine Kapazitätsbeschränkungen vorgesehen, es gilt jedoch die 3-G-Regel (getestet, geimpft, genesen) und FFP2-Maskenpflicht. Auch die Abstandsregeln fallen, wo 3-G- oder Masken-Pflicht besteht. In den Seilbahnen wird die 3-G-Regel bereits beim Ticketkauf kontrolliert und nicht erst beim Zutritt. Stichprobenartige Kontrollen werden nicht von den Seilbahnmitarbeitern durchgeführt, betonte Platter.

Weihnachtsmärkte dürfen stattfinden, es gilt auch dabei die 3-G-Regel.

Stufe 1: Diese gilt bereits, die Dauer der Antigentests wurde von 48 Stunden auf 24 verkürzt.

Stufe 2: Diese tritt bei einer Intensivbelegung von 15 Prozent in Kraft, also bei 300 Betten ein, dann gilt der 3-G-Nachweis,  Selbsttests gelten dann jedoch nicht mehr. Für die Nachtgastronomie gilt die 2-G-Regel. Das gilt auch für Veranstaltungen ohne fix zugewiesene Sitzplätze und Après-Ski.

Stufe 3: Tritt sieben Tage nach Intensivbettenauslastung von 20 Prozent ein, d.h. 400 Betten ein, Antigentests gelten nicht mehr, Zutritt nur noch für Geimpfte und Genesene, und PCR-Getestete. 

SPÖ: Seilbahnen statt Schul-Chaos

Für die SPÖ ist es bezeichnend, dass die Regierung sich nicht um das Chaos an den Schulen sondern um die Seilbahnen kümmere. Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sah in einer Pressekonferenz die heutigen Pläne als Versuch, von anderen für die Koalition unangenehmen Themen abzulenken.
 

Regierung präsentiert Corona-Pläne für kommende Wintersaison

Im Vorfeld soll es zähe Verhandlungen gegeben haben. Zuletzt kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem Zeitungsinterview in Deutschland an, dass es bei hohen Inzidenzen bzw. Auslastung in den Spitälern für die Nachtgastronomie - und damit auch fürs Après-Ski - eine 1-G-Regel geben werde.

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Touristen und Mitarbeiter im Tourismussektor seien aber in der Regel geimpft, versuchte der Kanzler zu beruhigen. Die Wintersaison werde deshalb sicher sein.

Der ÖVP-Abgeordnete und Sprecher der Seilbahnbetreiber hatte zuvor in einem Interview eine mögliche 3-G-Regel in Skigebieten als "Mega-GAU" bezeichnet. Die strenge Kontrolle der Regel würde zu langen Warteschlangen führen, befürchtete er.

Kurz bekommt Rückendeckung aus Deutschland

Der Tourismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Thomas Bareiß, hält eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski für möglich. "Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist."

Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", sagte Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O." Der Christdemokrat äußerte sich, nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Wochenende ebenfalls in Zeitungen der Funke-Mediengruppe einen "sicheren" Winterurlaub samt Après-Ski in Österreich in Aussicht gestellt hatte. Bei einem Anstieg der Infektionszahlen würden aber nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, so Kurz.

Lauterbach gegen "Ischgl-ähnliche Bedingungen"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte kritisch auf diesen Vorstoß. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. Er würde aus heutiger Sicht "eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern" und verwies auf Impfdurchbrüche.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos