APA/TOBIAS STEINMAURER

Wiener Ankunftszentrum soll vor allem Infos liefern

01. März 2022 · Lesedauer 3 min

Das von der Stadt Wien für Flüchtlinge aus der Ukraine organisierte Ankunftszentrum in der "Sport html5-dom-document-internal-entity1-amp-end Fun Halle Leopoldstadt" beim Ernst-Happel-Stadion soll laut Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) neu ankommenden Menschen vor allem bei der Suche nach Unterkünften helfen und erste Informationen liefern. Die rund um die Uhr geöffnete Einrichtung soll bereits am Donnerstag ihren Vollbetrieb aufnehmen, am Mittwoch läuft noch ein Probebetrieb.

Im Ankunftszentrum soll vor allem der erste Kontakt der Menschen mit der Stadt stattfinden, die beim Betrieb von Einrichtungen wie etwa dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Caritas und der Volkshilfe unterstützt wird. "Manche brauchen eine Unterkunft, andere haben vielleicht hier schon Kontaktpersonen", so Ludwig am Dienstag vor Journalisten in der Halle. Den Menschen soll dann geholfen werden, eine Unterkunft zu finden bzw. den Kontakt mit hier lebenden Angehörigen oder Bekannten herzustellen. Auch psychologische Beratung wird angeboten. Außerdem werden Kindergartenplätze vermittelt, in der Bildungsdirektion wurde eine Clearingstelle für Schulfragen eingerichtet. Primär erwartet Ludwig vor allem Kinder und Frauen.

Die Halle wurde bereits für die Beherbergung von Flüchtlingen in den Jahren 2015 und 2016 genutzt. Diesmal sollen hier keine Menschen längerfristig untergebracht werden - es gibt aber Notschlafstellen und sanitäre Einrichtungen etwa für Menschen, die spätabends ankommen und kurzfristig keine andere Schlafstelle finden. Personen, die mit dem Auto kommen, können die benachbarten Stadionparkplätze nutzen.

Auf eine Zahl der erwarteten Flüchtlinge legte sich Ludwig nicht fest. Man könne nicht sagen, wie viele Menschen kommen werden. Primär gebe es derzeit eine Fluchtbewegung aus dem Osten der Ukraine in den Westen des Landes. Außerdem würden die Menschen außerhalb des Landes primär dort Zuflucht suchen, wo es bereits starke ukrainische Communities gebe, wie etwa in Polen. In Wien sei diese mit einigen Tausend Menschen dagegen recht klein.

Nichtsdestotrotz sei Wien eine der ersten größeren westlichen Städte - und es sei bekannt, dass Menschen vor allem in Städte flüchten, meinte der Bürgermeister. Viele würden wohl auch von hier aus schauen, wie sie zu Angehörigen in anderen westeuropäischen Staaten gelangen können.

Eine größere Anzahl an Flüchtlingen werde die Stadt aber vor eine große Herausforderung stellen, so Ludwig. "Ich gehe davon aus, dass es hier Solidarität aller Bundesländer gibt." Es gehe darum, die Menschen möglichst gut unterzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auch am Arbeitsmarkt bewegen zu können.

Die Stadt hat darüber hinaus ein Krisenmanagement unter Leitung der Magistratsdirektion eingerichtet, an der Spitze steht der stellvertretende Magistratsdirektor Wolfgang Müller. Im Krisenstab sind Einheiten wie der Fonds Soziales Wien, Gesundheitsdienst, Rettung, Feuerwehr und Katastrophenschutz vertreten.

Quelle: Agenturen