APA - Austria Presse Agentur

Wien-Wahl: Rote Absolute im Gemeindebau

13. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die SPÖ holt sich die Mehrheit in den Wiener Gemeindebauten zurück. FPÖ und Strache sind im Gemeindebau stärker als im Rest Wiens.

Die Gemeinderatswahl am Sonntag hat die Rückkehr der roten Mehrheit im Wiener Gemeindebau gebracht. Nach Berechnungen des OGM-Instituts für die "APA" kommt die SPÖ unter Gemeindebaubewohnern auf gut die Hälfte der Stimmen. FPÖ und Team Strache konnten hier zwar besser abschneiden als im Durchschnitt der Wiener Bevölkerung. Vom 2015 beobachteten Kopf-an-Kopf-Rennen sind die Blauen mit 12 Prozent aber weit entfern. Sie fallen auf den dritten Platz hinter der ÖVP (14) zurück.

Absturz der FPÖ

Laut der OGM-Auswertung konnte die SPÖ in dieser für sie besonders wichtigen Wählergruppe am Sonntag mit 51 Prozent eine knappe absolute Mehrheit holen. Mehr waren es etwa im Karl-Wrba-Hof in Favoriten mit gut 60 Prozent, am Schöpfwerk mit fast 58 Prozent, im Rabenhof schaffte die SPÖ dagegen "nur" 47 Prozent und im Karl-Marx-Hof 51.

Die FPÖ, 2015 je nach Auswertung mit der SPÖ gleichauf oder sogar leicht vorne, stürzte auf zwölf Prozent ab. Wie das Team Strache (mit 7 Prozent) liegen die Freiheitlichen im Gemeindebau aber noch besser als im Wiener Durchschnitt, ÖVP (14), Grüne (6) und NEOS (4 Prozent) etwas schlechter. Dennoch schaffte die ÖVP im Gemeindebau diesmal Platz zwei, noch vor der FPÖ.

Wien-Wahl 2020 Hochrechnung

Halbe Million Wiener im Gemeindebau

Etwa eine halbe Million Wienerinnen und Wiener wohnen in den 1.800 Gemeindebauten - und sie bilden damit eine große und zwischen SPÖ und FPÖ traditionell heftig umkämpfte Wählergruppe. In einzelnen Stadtvierteln lebt die Hälfte der Bevölkerung oder mehr im kommunalen Wohnbau - etwa in Kaisermühlen im 22. Bezirk, auf der Schmelz (15.), in der Krieau (2.) oder in St. Marx (3. Bezirk).

Zur OGM-Auswertung

Das Wahlverhalten im Gemeindebau lässt sich allerdings nicht unmittelbar messen. Denn während einige große Häuser eigene Wahlsprengel bilden, liegen die meisten Gemeindebauten in "Mischsprengeln" mit privaten oder Genossenschaftswohnungen. Außerdem fehlen (wie in allen Sprengeln) die Briefwähler, deren Stimmen im Bezirk gesammelt werden. Für die aktuelle Auswertung hat OGM die Sprengelergebnisse vom Sonntag daher um eine Briefwahlschätzung und Informationen über die Wählerstruktur ergänzt, um daraus auf das Wahlergebnis im Gemeindebau zu schließen.

Quelle: Agenturen / apb