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30-Grad-Marke in Österreich geknackt

11. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Wie von den Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erwartet sind am heutigen Mittwoch erstmals in diesem Jahr Temperaturen von 30 Grad Celsius gemessen worden - und zwar gleich zweimal.

Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz. – Für dieses Jahr scheint diese Bauernregel nicht zuzutreffen. Statt Nachtfrost bringen die Eisheiligen sommerliche Temperaturen nach Österreich. Dabei wurden exakt 30,0 Grad um 16.30 Uhr zuerst an der ZAMG-Wetterstation Wien Innere Stadt gemessen, wenig später waren es auch bei der Station Innsbruck Universität 30 Grad.

An insgesamt acht Wetterstationen wurden zumindest die 29,0 Grad überschritten, der höchstgelegene Messpunkt war dabei Landeck in Tirol auf 796 Metern Seehöhe, geht aus den Messwerten mit Stand 17.00 Uhr hervor. Der Kältepol wurde indes beim Sonnblick auf 3.109 Meter Seehöhe in Salzburg verortet, wo 4,0 Grad plus gemessen wurden.

Immer früher 30 Grad

Die 30 Grad-Marke wird in Österreich immer früher erreicht. Mittlerweile wird der erste 30er um durchschnittlich eineinhalb Wochen früher gemessen als noch vor einigen Jahrzehnten, wie eine Auswertung der ZAMG zeigte.

Der Termin Mitte Mai entspricht zwar dem Durchschnitt der vergangenen Jahre, vor rund 40 Jahren wäre das aber noch ein früher Termin gewesen. "Im Zeitraum 1961 bis 1990 wurde die 30-Grad-Marke im Durchschnitt am 30. Mai erreicht, mit einer typischen Schwankungsbreite von ungefähr Mitte Mai bis Mitte Juni", sagte ZAMG-Meteorologe Alexander Orlik.

Frühesten 30er bisher im April 1934

Auch wenn die 30-Grad-Marke tendenziell immer früher erreicht wird, schwankt der Termin ihres Eintreffens von Jahr zu Jahr weiterhin teils stark, wie die vergangenen Jahre zeigten: 2021 wurde der erste 30er in Österreich zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie heuer erreicht. Am 10. Mai 2021 hatte es 31,0 Grad in Salzburg Freisaal, 30,9 in Bad Ischl, 30,6 in St. Wolfgang, 30,5 am Flughafen Salzburg und 30,1 Grad in Golling.

"Falter"-Journalistin Katharina Kropshofer spricht über die zunehmenden Wetterextremen, die Hitzewelle in Indien und die ungewöhnlich hohen Temperaturen in Österreich.

2020 gab es den ersten 30er des Jahres im Messnetz der ZAMG am 23. Mai, im Jahr 2019 am 3. Juni. 2018 wurde die 30-Grad-Marke mit 20. April extrem früh erreicht (30,0 Grad Salzburg Freisaal). Dies war auch der zweit früheste Termin der Messgeschichte. Den frühesten 30er der Messgeschichte gab es am 17. April 1934, ebenfalls in der Stadt Salzburg.

Der Meteorologe Georg Haas im Gespräch mit PULS 24 über die Hitzewelle zu den Eisheiligen.

Hitzewelle zu Eisheiligen

Auch Georg Haas, Meteorologe bei wetter.com spricht von einer subtropischen Warmluft, die die Zeit der Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Sophia) bestimmt. Dabei beschreibt Haas das Wetter der kommenden Woche als "beständig unbeständig". Sonniges Wetter aber auch Schauer und Gewitter sind möglich. Die Frühtemperaturen betragen 6 bis 13 Grad, während die Tageshöchsttemperaturen auf 24 bis 30 Grad steigen können. Grund für die hohen Temperaturen zu den Eisheiligen sei laut Hass der Klimawandel.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea