Wieder mehr Pflegegeldbezieher, Wertanpassung seit 1. Jänner
Damit blieb die Bezieher-Zahl weiterhin über einer halben Million Betroffenen. Erstmals wurde die Marke von 500.000 Anspruchsberechtigten im Mai vergangenen Jahres überschritten (mit 500.554 Betroffenen). Zum Halbjahr (Juni) stieg die Zahl auf 501.205 und blieb dann beständig über dieser Marke.
Bezüglich der Aufteilung der Pflegebedürftigen je Stufe entfielen - gerundet - im Dezember 29,5 Prozent auf Stufe eins, 20,5 Prozent auf Stufe zwei, 18,7 Prozent auf Stufe drei, 14,4 Prozent auf Stufe vier, 11,1 Prozent auf Stufe fünf, 4,2 Prozent auf Stufe sechs und 1,6 Prozent auf die Stufe sieben, also jene mit dem höchsten Pflegebedarf. Die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen orientiert sich nach dem Bedarf an Stunden.
Von den 504.505 Pflegegeldbezieherinnen und -beziehern war erneut die klare Mehrheit weiblich. 308.101 Frauen (61,1 Prozent) und 196.404 Männer (38,9 Prozent) befanden sich im Dezember unter den Betroffenen.
Demografischer Wandel und steigende Lebenserwartung
Bereits im Mai 2025 - beim erstmaligen Überschreiten der 500.000er-Marke - hieß es seitens des Sozialministeriums von Ressortchefin Korinna Schumann (SPÖ), der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung würden sich auch in der steigenden Anzahl von anspruchsberechtigten Personen und bei der Entwicklung der Pflegegeldanträge zeigen.
Die Höhe der Pflegegeldes wurde per 1. Jänner routinegemäß erhöht - und zwar wie schon seit 2020 um den sogenannten "Anpassungsfaktor". Für 2026 bedeutet das laut Sozialministerium eine Steigerung um 2,7 Prozent - analog zu den Pensionen. Pflegegeldbezieher der Stufe eins erhalten seit 1. Jänner monatlich 206,20 Euro (davor 200,80), in Stufe zwei bekommt man 380,30 Euro (statt 370,30). 592,60 Euro gibt es in Stufe drei (davor 577), 888,50 Euro in Stufe vier (davor 865,10), in Stufe fünf 1.206,90 Euro (statt 1.175,20). Für Betroffene in Stufe sechs gibt es nun 1.685,40 Euro (statt 1.641,10) und in Stufe sieben 2.214,80 Euro (statt 2.156,60).
Sozialministerin Schumann zeigte sich in einem Statement neuerlich über diese Erhöhung erfreut: Trotz "notwendiger Konsolidierungsmaßnahmen" sei es gelungen, die jährliche Wertanpassung des Pflegegeldes fortzuführen. "Rund eine Million Menschen in Österreich pflegen und betreuen ihre Angehörigen mit großem Einsatz und oft über viele Jahre hinweg." Die Anpassung des Pflegegeldes "trotz notwendiger budgetärer Sparmaßnahmen ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung", erklärte sie gegenüber der APA.
Anzahl der Pflegegeld-Bezieher (seit dessen Einführung 1993)*: 1/1993 - 230.344 1/1994 - 233.952 1/1995 - 242.097 1/1996 - 246.013 1/1997 - 258.391 1/1998 - 257.261 1/1999 - 261.221 1/2000 - 266.052 1/2001 - 271.457 1/2002 - 276.411 1/2003 - 282.220 1/2004 - 283.293 1/2005 - 296.210 1/2006 - 311.357 1/2007 - 322.907 1/2008 - 330.184 1/2009 - 345.543 1/2010 - 355.338 1/2011 - 359.521 1/2012 - 431.914 1/2013 - 432.248 1/2014 - 451.461** 1/2015 - 457.821 1/2016 - 452.828 1/2017 - 456.103 1/2018 - 458.636 1/2019 - 454.952 1/2020 - 469.328 1/2021 - 461.668 1/2022 - 466.792 1/2023 - 469.998 1/2024 - 475.474 1/2025 - 495.451 12/2024 - 493.961 05/2025 - 500.554 06/2025 - 501.205 07/2025 - 502.304 08/2025 - 502.684 09/2025 - 503.725 10/2025 - 505.347 11/2025 - 505.388 12/2025 - 504.505 * 1) bis 1/2011 nur Bundespflegegeldbezieher (daneben noch bis zu 70.000 Landespflegegeldbezieher pro Jahr, ab 2012 vereinheitlicht) **2) seit 2014 werden auch all jene Pflegebedürftige mitgezählt, die in Krankenhäusern in Betreuung sind und deren Pflegegeld-Bezug daher ruht. Außerdem wurde von einer Stichtags- auf eine Monatserhebung umgestellt Quelle: Sozialministerium Pflegegeld und Stundenbedarf: Euro: Pflegebedarf (mindestens): Stufe 1: 206,20 65 Stunden Stufe 2: 380,30 95 Stunden Stufe 3: 592,60 120 Stunden Stufe 4: 888,50 160 Stunden Stufe 5: 1.206,90 180 Stunden * Stufe 6: 1.685,40 180 Stunden * Stufe 7: 2.214,80 180 Stunden * *) zusätzlich sind folgende besondere Voraussetzungen notwendig: Stufe 5: Ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand. Stufe 6: Bei Tag und Nacht sind zeitlich nicht planbare Betreuungsmaßnahmen oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson nötig. Stufe 7: Zielgerichtete Bewegungen der Arme und Beine sind nicht möglich oder gleich zu achtender Zustand.Zusammenfassung
- Die Zahl der Pflegegeldbezieher ist im Dezember 2025 auf 504.505 gestiegen und liegt damit 2,13 Prozent über dem Vorjahr.
- Mit einer routinemäßigen Erhöhung von 2,7 Prozent seit 1. Jänner 2026 erhalten Betroffene je nach Pflegestufe zwischen 206,20 Euro und 2.214,80 Euro monatlich.
- 61,1 Prozent der Pflegegeldbezieher sind Frauen, und die meisten Anspruchsberechtigten sind in den niedrigeren Pflegestufen eingestuft.
