Wie wahrscheinlich ist Rot-Pink?

07. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

In der Elefantenrunde auf PULS 24 lobte Bürgermeister Michael Ludwig die inhaltliche Kompetenz von Christoph Wiederkehr, Spitzenkandidat der NEOS. Bahnt sich da eine Koalition nach der Wahl an?

NEOS-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr hatte sich der SPÖ bereits mehrmals als "unbequemer Koalitionspartner" angeboten. In der gestrigen Elefantenrunde auf PULS 24 sendete auch Bürgermeister Michael Ludwig positive Signale an die Pinken. Wiederkehr sei die "Überraschung" im Wahlkampf gewesen, sagte Ludwig. 

"Ich glaube schon, dass sie (Anm: SPÖ und NEOS) im Hintergrund diskutieren", sagt PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner bei der Analyse nach der Elefantenrunde.

Claus Pandi, Chefredakteur der "Krone Salzburg" zeigte sich bei PULS 24 Anchorwoman Gundula Geiginger bestimmter. Auf die Frage, ob nun rot-pink in Wien kommen werde, sagte er: "Ich bin davon ziemlich überzeugt." Wiederkehr habe sich in diesem Wahlkampf als konstruktiv erwiesen und die NEOS seien ein "billiger Partner" für die SPÖ.

Die Pinken kommen laut einer aktuellen OGM-Umfrage auf sechs Prozent. Der aktuelle Koalitionspartner, die Grünen, kommen dagegen auf knapp das dreifache. Eine Regierungskoalition mit den NEOS würde der SPÖ daher weniger Zugeständnisse abverlangen.

Zeichen in Richtung einer Rot-Pinken Koalition sieht auch Politologin Gerda Füricht-Fiegl. Sie relativierte aber: "Man muss sagen, die tun einander nicht weh." Die Wählergruppen der NEOS und die der SPÖ sind laut Füricht-Fiegl sehr unterschiedlich. Ludwig könne es sich daher leisten, mit Wiederkehr zu "flirten". Bei den Grünen sieht das anders aus. Sie werben um eine ähnliche Wählerschicht, wie der rote Koalitionspartner. 

Wahre Liebe oder nur ein Flirt?

Klaus Herrmann, Chefredakteur der "Kronen Zeitung", zweifelt an der Absicht von Michael Ludwigs "Flirtversuchen". "Ist es wahre Liebe zwischen Ludwig und Wiederkehr oder ist es nur ein Flirt, mit dem man seinen Hauptlebenspartner (Anm.: Die Grünen) eifersüchtig machen möchte?"

PULS 24 Chefredakteur Kaltenbrunner sieht das ähnlich: "Man versucht die Grünen vor sich herzutreiben und zu sagen, passt's auf, wir haben noch wen anderen." Kaltenbrunner macht auch noch auf einen anderen, entscheidenden Faktor aufmerksam: die Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl. "Das müsste sich erst rechnerisch ausgehen", sagt er. Derzeit kommt, wie bereits erwähnt, die SPÖ laut Umfragen auf 42 Prozent der Stimmen, die NEOS auf sechs Prozent.

Quelle: Redaktion / spe