APA - Austria Presse Agentur

Vor Mai-Öffnung: Erstmals seit September unter 500 Neuinfektionen

17. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

In wenigen Tagen ist es soweit: Österreich öffnet die Gastronomie, Hotellerie und Freizeit- bzw. Sportstätten. Möglich machen diese Öffnungen laut Bundeskanzler Sebastian Kurz die stetig sinkenden Corona-Zahlen. Diese liegen erstmals seit September wieder unter 500.

Der 19. Mai sei "Startpunkt für unseren Kampf zurück zur Normalität", sagte Kurz in einer Pressekonferenz im Berghotel Tulbingerkogel in Mauerbach (Bezirk Sankt Pölten-Land). Die Buchungslage sei den Rückmeldungen zufolge gut, hieß es.

"Am Mittwoch wird geöffnet", verkündet Bundeskanzler Sebastian Kurz. Anlässlich der Öffnungsschritte am 19. Mai spricht Kurz davon, dass wir auf einem guten Weg seien, die dritte Welle zu überstehen. Die Sicherheitsmaßnahmen, die mit den Öffnungsschritten einhergehen seien laut Kurz nur auf Zeit. Die Zahl der Infektionszahlen würde stetig sinken, man verzeichne bereits unter 500 Neuinfektionen. Auch die Impfkampagne schreite "schneller voran, als erwartet", sagt der Bundeskanzler. Demnach sei der 19. Mai "Startpunkt für unseren Kampf zurück zur Normalität", so Kurz.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner sagt, nach einer langen und vor allem harten Zeit sowohl für Betriebe als auch für Besucher verspüre man eine "unglaubliche Dynamik und Vorfreude" der Gastgeber und Hoteliers. Viele Gastronomie- und Tourismusbetriebe seien in den nächsten Tagen bzw. Wochen ausgebucht. "Wir können in einen wunderbaren Sommer hineinstarten", so Mikl-Leitner. Das Entscheidende sei aber das Thema Sicherheit: "Jeder möchte den Urlaub genießen und sich vor allem auch sicher fühlen." 

"Der 19. Mai ist ein Freudentag", sagt  Mikl-Leitner. Man sei froh, dass sich die Corona-Lage in Niederösterreich beruhigt habe. Aktuell habe man 57 Covid-Patienten auf den Intensivstationen in Niederösterreich und auch den Impffortschritt lobte Mikl-Leitner. Bis Ende Juni sollen 75 Prozent der Niederösterreicher ihren ersten Stich erhalten haben. Dies seien gute Voraussetzungen für die Öffnungsschritte am 19. Mai, so die Landeshauptfrau.

Von Sonntag auf Montag wurden in Österreich 476 Neuinfektionen und sechs neue Todesfälle registriert. Das ist der niedrigste Wert seit Mitte September. 

Appell der Branchenvertreter: "Lassen Sie sich testen"

Tourismuslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) äußert die "Hoffnung, dass nun die lange Zeit der Lockdowns endgültig vorbei ist". Er zeigt sich überzeugt, dass sich Gäste und Gastgeber vorbildlich an die Maßnahmen halten werden: "Allen ist bewusst: Sicherheit ist das oberste Gebot." Weiters betonte der Tourismuslandesrat: "Das Wirtshaus ist keine Teststraße. Bitte planen Sie Ihren Besuch beim Wirten und gehen Sie vorher testen." Testen vor Ort solle die Ausnahme bleiben.

Mario Pulker, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, betonte, dass die Betriebe "alle Vorbereitungen getroffen haben". Er appellierte an Gastgeber und Gäste, sich an die Vorkehrungen zu halten. Voraussetzung ist der Nachweis von Genesung, Impfung oder negativem Test, außerdem gelten Abstandsregel, Registrierung und FFP2-Maskenpflicht bis zum Tisch.

"Jetzt geht es vor allem darum, Vertrauen zu schaffen gegenüber Gästen und Mitarbeitern", sagte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Herausforderung sei jetzt "wesentlich größer als bei einem normalen Saison-Opening". Landesrat Danninger erinnerte daran, dass größere Feste wie Hochzeiten noch nicht möglich sind bzw. für Kongresse noch Einschränkungen gelten. Er hofft, dass im Juli weitere Lockerungsschritte möglich werden.

Gastronomen: "Wir sind ein Restaurant, kein Lazarett"

"Wir sind schon relativ voll, aber nicht bis zum Anschlag. Aber bei uns reservieren die Leute recht kurzfristig", sagte Alexander Weitlaner vom Hammerwirt in Oberalm unweit von Salzburg. Der Gastronom und sein Geschäftspartner haben den Hammerwirt nach dem ersten Lockdown neu übernommen. "Wir waren vom ersten Tag bis zum neuerlichen Zusperren immer gut besucht. Ich bin aber ein wenig skeptisch, dass das wieder so ist. Es wird ein bisschen ruhiger werden, weil viele finanziell nicht mehr so dastehen wie vor der Pandemie." Man habe ein paar Test-Kits besorgt, falls wirklich wer darauf vergessen haben sollte. "Aber Werbung machen wir nicht. Wir sind ein kleiner, familiärer Betrieb. Wenn da wer eine Viertelstunde beim Test zuschaut, fehlt er im operativen Geschäft."

Auch andere Wirte haben keine Freude mit den einmal gültigen Schnelltests im Lokal. "Wir sind ein Restaurant, kein Lazarett", sagte Karl Obauer, der mit seinem Bruder Rudi in Werfen eines der besten Restaurants Österreichs führt. "Wir bieten diese Möglichkeit zwar an, aber uns ist es lieber, wenn jeder sein eigenes Testergebnis mitbringt." Es sei ein gutes Gefühl, endlich wieder aufsperren zu können. "Die Kunden sind erpicht, wieder essen gehen zu können." Auch das angeschlossene Hotel sei gut gebucht. "Wir vermieten unsere Zimmer zu 95 Prozent über den Tisch", erklärte Obauer.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea