APA - Austria Presse Agentur

Wiens Spitäler in letzter Corona-Ausbaustufe - Zahlen steigen noch eine Woche weiter

04. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Mit Stand vom Sonntag werden 223 Covid-Erkrankte auf Wiens Intensivstationen behandelt. Die Spitäler des Gesundheitsverbunds haben inzwischen die achte, letzte Ausbaustufe des Corona-Eskalationsplans erreicht. Die Zahlen der Kranken sollen jedoch noch eine Woche lang weiter steigen.

Als die zweite Corona-Welle im November 2020 ihren Höchststand erreichte, behandelten Intensivmediziner in Wien 162 Schwerstkranke. Dieser Wert wurde in der aktuellen dritten Welle schon vor Tagen erreicht. Zwar befinden sich die östlichen Bundesländer und damit auch Wien wieder in einem harten Lockdown, doch weiß man, dass es zwei Wochen dauert, bis die verschärften Maßnahmen sich in einem Rückgang der Neuinfektionen widerspiegeln. 

Von Samstag auf Sonntag kamen 17 Intensivpatienten dazu, inzwischen werden 223 Patienten in der Bundeshauptstadt intensivmedizinisch betreut. Es wird damit gerechnet, dass sich diese Zahl noch eine Woche lang weiter erhöht. 

Letzte Corona-Stufe in Spitälern erreicht

Die Spitäler haben auf die achte und letzte Ausbaustufe im Krisenplan umgestellt. Damit stehen wienweit 310 Betten für Corona-Patienten zur Verfügung, wie "Ö1" in seinem Abendjournal um 18 Uhr berichtet. 

Arschang Valipour, Leiter der Corona-Station in der Klinik Floridsdorf, spricht im PULS 24 Interview über den Stufenplan des Wiener Krankenanstaltenverbundes (siehe unten). Geplante Operationen werden bereits seit längerem verschoben, um Kapazitäten für Covid-Erkrankte freizubekommen.

Drei Gründe, warum Intensivpatienten jünger werden

Valipour erklärt, dass Patienten mit der Verbreitung der aggressiveren britischen Corona-Variante teils innerhalb weniger Stunden intensivmedizinisch betreut werden müssen, während das früher Tage oder Wochen dauern konnte. Die Patienten werden auch jünger. Es gebe drei Gründe, warum der Altersschnitt bei Intensiv-Patienten sinkt. Jüngere seien wesentlich mobiler und hätten deshalb ein größeres Risiko, sich anzustecken. Ältere, vor allem die Risikogruppen wären teils schon geimpft und damit geschützt. Als dritten Grund nennt er eine Ansteckung durch Kinder und Jugendliche, die die Krankheit aus der Schule mit nach Hause bringen würden, jedoch selbst nur einen leichten Krankheitsverlauf haben. Seine jüngste Intensiv-Patientin war zum Zeitpunkt des Interviews am 30. März 18 Jahre alt und wurde wegen einer durch Corona ausgelösten Lungenentzündung betreut.  

Valipour: Patienten "teilweise innerhalb weniger Stunden" auf Intensivstation

Arschang Valipour, Leiter der Corona-Station in der Klinik Floridsdorf, sprach am 30.3. mit PULS 24 Reporter Daniel Retschitzegger über die Auslastung auf den Intensivstationen.

Quelle: Redaktion / lam