APA - Austria Presse Agentur

Von der Leyen verlässt wegen Coronafall EU-Gipfel

15. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat wegen einem positiven Coronavirus-Fall in ihrem Büro den EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel frühzeitig verlassen.

"Ich wurde soeben informiert, dass ein Mitglied aus meinem Büro positiv auf Covid-19 getestet wurde. Ich wurde negativ getestet", schreibt Von der Leyen auf Twitter. Vorsichtshalber verlasse sie jedoch sofort den Europäischen Rat, um sich selbst zu isolieren.

EU-Gipfel will im Kampf gegen Corona-Welle enger kooperieren

Beim Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs hat EU-Ratschef Charles Michel eine bessere Koordinierung in Europa angemahnt. Dies gelte unter anderem für die Nachverfolgung von Infektionen und die Quarantäneregeln, sagte Michel angesichts der Steigenden Corona-Zahlen in Europa.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rief die EU-Staaten zu weiterer Koordinierung der Corona-Maßnahmen auf. Die Corona-Lage werde mehr und mehr besorgniserregend, sagte die CDU-Politikerin zu Beginn des Spitzentreffens. Die EU-Staaten hätten sich zwar in dieser Woche auf eine Ampel-Karte verständigt, auf der Regionen je nach Infektionslage farblich markiert werden.

Aber ihrer Meinung nach sollte es darüber hinaus eine Einigung auf die Länge einer Quarantäne sowie auf die Notwendigkeit von Tests geben. "Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, dass wir hier ebenfalls eine Einigung finden. Das ist wichtig."

Kurz fordert bessere Koordinierung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) forderte erneut eine bessere Koordinierung der Coronavirus-Maßnahmen auf Europa-Ebene. "Wir glauben, dass die europäische Ampel mehr Aussagekraft bekommen sollte, durch eine stärkere Differenzierung", sagte Kurz vor dem Treffen der EU-Staats-und Regierungschefs. Vor allem brauche es aber einheitliche Regeln was das Reisen, was die Quarantänedauer und die Möglichkeiten zum Freitesten betrifft.

"Das muss möglich sein, das auf europäischer Ebene zustande zu bringen." Bei vielen sei "der generelle Wille" für "eine einheitliche europäische Linie" da, aber manche würden "dann doch ihre eigenen Regeln machen", sagte Kurz.

Ähnlich, so der Bundeskanzler weiter, wie in anderen Ländern spitze sich die Lage auch in Österreich zu. Dort appellierte er einmal mehr an die besonders betroffenen Bundesländer, Maßnahmen gegen die ansteigenden Coronavirus-Infektionszahlen zu ergreifen.

"In den vergangenen Tagen haben wir wichtige Entscheidungen getroffen, aber das reicht nicht", sagte Michel. "Wir müssen mehr Koordinierung auf der europäischen Ebene entwickeln, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen." Damit würden sich die Staats- und Regierungschefs am Freitag eingehend befassen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe