Kogler: Erbschaftssteuer eine "Frage der Gerechtigkeit"

23. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Vizekanzler Werner Kogler hält eine mögliche Besteuerung von Millionen-Erbschaften für sinnvoll. Diese seien eine "Frage der Gerechtigkeit", wie er im Newsroom LIVE erklärt.

Allgemein könne man zwar nicht von "irgendwelchen Reichensteuern" sprechen, dennoch forciere Kogler gemeinsam mit Sozialminister Johannes Rauch einen "Beitrag" von Millionen-Erbschaften an. "Dort manifestiert sich der Reichtum", erklärt der Grünen-Chef bei PULS 24.

"Leistungsloses Einkommen"

Zudem komme hinzu, dass dieses Erbe ein "leistungsloses Einkommen" sei. Daher müsse eine mögliche Besteuerung dieses Erbes für "Parteien, die für Leistung sind oder behaupten Christlichsozial zu sein (…) eine logische Folge sein", meint der Grünen-Chef.

Man wolle daher auch auf eine Mehrheit im Nationalrat zu diesem Thema hinarbeiten. "Denn das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Vernunft", so Kogler.

"Hilfen für die, die weniger haben"

"Gut und richtig" sei auch, dass die Zuschüsse der Regierung für das untere Drittel wesentlich höher sind. Ansonsten sei die aktuelle Situation "noch dramatischer", meint der Vizekanzler. Denn besonders bei Menschen, die armutsgefährdet sind, schlage die Teuerung auf Lebensmittel- und Energiekosten stärker durch, "als bei Menschen, die mehr haben". Daher werde man die Förderungen und Hilfszahlungen "weiterhin genauso anlegen", so Kogler im Interview.

Sinkendes Vertrauen durch Krise

Dass dennoch das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik sinkt, sei ein europaweites Problem und komme "sicherlich auch aus diesen Kriegs- und Krisenzeiten heraus". Daher müsse man laut dem Vizekanzler auch Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung haben. Trotz Krisen plädiert er dennoch zum Zusammenhalt. "Wenn sich alle am Riemen reißen und das Gemeinsame finden, dann wird es gut sein", sagt Kogler auf PULS 24. Sollte das Vertrauen dennoch weiter sinken, dann sehe er dies als "Demokratie gefährdend" an.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea