APA - Austria Presse Agentur

Verschränkte Ganztagsschule nach wie vor selten

27. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Die verschränkte Ganztagsschule mit einem ständigen Wechsel von Unterricht, Lern-und Freizeit ist in Österreich nach wie vor selten. Nur rund 26.000 bzw. vier Prozent der Schüler an Pflichtschulen besuchen 2019/20 diese Schulform, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Die verschränkte Ganztagsschule mit einem ständigen Wechsel von Unterricht, Lern-und Freizeit ist in Österreich nach wie vor selten. Nur rund 26.000 bzw. vier Prozent der Schüler an Pflichtschulen besuchen 2019/20 diese Schulform, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Wesentlicher Unterschied zwischen sogenannten getrennten (offenen) ganztägigen Schulformen und der verschränkten Ganztagsschule: In der verschränkten Form wechseln Unterrichts-, Lern- und Freizeit im Laufe eines ganzen Tages ab. Am Vormittag können ebenso wie am Nachmittag Freizeit- oder Unterrichtszeiten stattfinden. Dementsprechend müssen auch alle Schüler jeden Tag in der Woche bis zum Schulende (meist 15.30 Uhr) bleiben. In der getrennten Form findet der Unterricht dagegen nur am Vormittag statt, anschließend gibt es Mittagessen und Nachmittagsbetreuung. Ein Besuch der Betreuung ist daher auch nur tageweise möglich.

Insgesamt besuchen derzeit rund 137.400 Kinder an allgemeinbildenden Pflichtschulen (Volksschule, Neue Mittelschule, Sonderschule, Polytechnische Schule) eine Art der ganztägigen Schule, das ist rund ein Viertel der Gesamtschülerzahl an diesen Schulen. Knapp 111.600 sind davon in einer getrennten Form, rund 25.800 in der verschränkten.

Betrachtet man nur die Kinder in ganztägigen Schulformen, ist damit ein knappes Fünftel an einer verschränkten Ganztagsschule zu finden. Einziges Bundesland mit einem höheren Anteil ist Wien mit 39 Prozent, aber selbst in der Bundeshauptstadt dominiert die getrennte Form.

Insgesamt ist die Zahl der Kinder an ganztägigen Schulformen im Pflichtschulbereich von 132.500 im Schuljahr 2018/19 auf 137.400 im Schuljahr 2019/20 gestiegen. Der entsprechende Anteil der betreuten Kinder wuchs damit um knapp einen Prozentpunkt auf 23,8 Prozent. Bis zum Schuljahr 2022/23 sollen 30 Prozent der Schüler an Pflichtschulen (172.500) einen Platz in einer ganztägigen Schulform haben.

Zur Finanzierung des Ausbaus der Plätze gibt es Zweckzuschüsse des Bundes in Höhe von 32,5 Mio. Euro. Heuer haben bis auf Vorarlberg alle Länder den ihnen zustehenden Betrag in voller Höhe abgerufen.

Quelle: Agenturen