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EU-Kommissar Hahn gegen Strompreisdeckelung

09. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Er sei kein großer Freund von Strompreisdeckelungen, erklärte Österreichs EU-Budgetkommissar Johannes Hahn. Stattdessen solle man Einkommensschwachen direkt helfen. Die EU werde einen europäischen Notfallplan für den Winter verabschieden.

"Wenn einkommensschwache Haushalte unter den hohen Energiepreisen leiden, sollte ihnen prioritär und direkt geholfen werden", sprach sich Hahn im "Ö1-Mittagsjournal" für zielgerichtete Unterstützung aus. 

Flüssiggas als Chance

"Im Geiste der europäischen Solidarität" solle man gemeinsame Maßnahmen zur Sicherstellung der Energie ergreifen und Kapazitäten aufbauen, um anderen Ländern zu helfen. Erste Schritte seien bereits gesetzt: "Wir haben seit März die Flüssiggasversorgung um 75 Prozent gesteigert, aus den USA verdreifacht." Hahn selbst habe vor kurzem mit Unternehmern gesprochen, die für den Flüssiggastransport Waggons produzieren. So könnten Binnenländer wie Österreich auch ohne Häfen aus anderen Quellen und geografischen Ecken versorgt werden können.

Zeit ist knapp: "Auf Quellen zurückgreifen, die es schon gibt"

Zum Vorschlag, ähnlich wie in den Niederlanden ein Schiefergasfeld in Niederösterreich anzubohren, sagte Hahn: "In so einer Situation muss es absolute Gedankenfreiheit geben." Aktuell gehe es aber um diesen und möglicherweise nächsten Winter. "Daher müssen wir jetzt auf Quellen zurückgreifen, die es schon gibt", so Hahn. Die Niederlande hatten zuletzt trotz Erdbebengefahr ein altes Gasfeld reaktiviert, um sich von Gaslieferungen unabhängiger zu machen.

Erneuerbare und europäischer Energiepreis

Hahn ist zudem für die Forcierung eines europäischen Energiepreises: "Wenn wir gemeinsam als Einkäufer tätig werden, können wir ganz andere Preise am internationalen Markt erzielen." Weiters spricht er von einem starken "Schub in Richtung erneuerbare Energie". Der Krieg in der Ukraine beschleunige die Frage des "grünen Übergangs".

Hahn war bis 2019 fünf Jahre lang als EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen mit der Ukraine beschäftigt, bevor er die Agenden EU-Haushalt und Verwaltung übernahm.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam