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US-Präsident Biden positiv auf Corona getestet

21. Juli 2022 · Lesedauer 4 min

US-Präsident Joe Biden wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das gab das Weiße Haus am Donnerstag bekannt.

US-Präsident Joe Biden hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 79-Jährige sei am Donnerstagmorgen positiv getestet worden, teilte das Weiße Haus am Donnerstag in einem offiziellen Statement mit. Er habe "sehr milde Symptome". In Übereinstimmung mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC werde Biden sich im Weißen Haus isolieren. Er werde während dieser Zeit weiterhin "alle seine Pflichten in vollem Umfang wahrnehmen". An den für Donnerstag geplanten Besprechungen werde er per Telefon und Videokonferenz von seiner Residenz aus teilnehmen.

"Er ist vollständig geimpft und zweimal aufgefrischt und leidet unter sehr leichten Symptomen", heißt es in der Stellungnahme. Der US-Präsident habe mit der Einnahme des Anti-Corona-Medikaments Paxlovid begonnen. 

Biden gehört zu Risikogruppe

Biden gehört wegen seines hohen Alters zu den Risikogruppen. Sollte der Präsident wegen der Infektion zu irgendeinem Zeitpunkt seine Amtsgeschäfte nicht ausüben können oder gar sterben, müsste Vizepräsidentin Kamala Harris einspringen. Die 57-Jährige war im April ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sollte auch Harris das Amt nicht ausüben können, wäre an dritter Stelle der Rangfolge die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Auch die 82-Jährige war im April positiv getestet worden.

Harris: Corona-Test negativ

Aus dem Weißen Haus hieß es am Donnerstag, der Test von Harris sei negativ ausgefallen. Harris sei zuletzt am Dienstag mit Biden zusammengewesen. Die Vizepräsidentin werde auf Anraten des medizinischen Teams des Weißen Hauses eine Maske tragen.

In einem Schreiben von Präsidentenarzt Kevin O'Connor hieß es, bei Biden seien ein Antigen- und ein PCR-Test positiv ausgefallen. Biden habe als Symptome angegeben, dass seine Nase laufe, er müde sei und gelegentlich einen trockenen Husten aufweise. Als Arzt habe er daher Paxlovid verschrieben. Die frühe Einnahme des Medikaments schütze zusätzlich zu den Impfungen vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Biden ist nicht der erste US-Präsident, der sich infiziert hat: 2020 hatte sich der damalige Amtsinhaber Donald Trump mit dem Virus angesteckt - weniger als fünf Wochen vor der Präsidentenwahl, aus der Biden als Gewinner hervorging. Trump steckte sich zu einem Zeitpunkt an, als noch keine Impfstoffe verfügbar waren. Er musste sich damals zeitweise im Walter-Reed-Militärkrankenhaus behandeln lassen. Auch danach verharmloste er die Gefahr durch das Virus aber weiterhin.

First Lady: Biden geht es gut

First Lady Jill Biden sagte bei einem Besuch in Detroit, sie habe wenige Minuten zuvor mit ihrem Ehemann gesprochen. "Es geht ihm gut." Sie selber sei am Donnerstagmorgen negativ getestet worden. Die 71 Jahre alte First Lady trug vor den Kameras eine Maske.

Biden wollte am Donnerstag zu Mittag eigentlich nach Wilkes-Barr im US-Bundesstaat Pennsylvania reisen. Dort wollte er eine Ansprache zur verbreiteten Waffengewalt in den USA halten. Nach den jüngsten Amokläufen in den USA hatte Biden im vergangenen Monaten ein schärferes Gesetz gegen Schusswaffengewalt in Kraft gesetzt, das auf einem Kompromiss zwischen seinen Demokraten und den Republikanern im Kongress beruht. Nach Ansicht von Kritikern geht es längst nicht weit genug. Schärfere Regelungen scheitern immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und an der mächtigen Waffenlobby NRA.

Zahlreiche Corona-Fälle in Polit-Prominenz

In den vergangenen Monaten war es zu zahlreichen Corona-Fällen in der Polit-Prominenz der US-Hauptstadt Washington gekommen. So testeten nach einer Abendveranstaltung Anfang April mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv auf das Virus, wie US-Medien damals unter Berufung auf die Veranstalter berichteten. Darunter waren Justizminister Merrick Garland, Handelsministerin Gina Raimondo, mehrere Kongressabgeordnete sowie der Kommunikationsdirektor von Vizepräsidentin Kamala Harris und andere Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Stephan Hofer, Astrid Pozarek, Dijana DjordjevicQuelle: Agenturen / Redaktion / poz / hos / ddj