US-Militär versenkt weitere mutmaßliche Drogenboote
Beim ersten Angriff am Mittwoch (Ortszeit) seien drei "Drogenterroristen" getötet worden, beim zweiten Schlag zwei weitere, erklärte das Militär. Ihre Boote hätten zu einer von den USA als Terrororganisation eingestuften Gruppe gehört, hieß es weiter.
Nur wenige Stunden zuvor hatte das Militär einen weiteren Angriff auf drei angebliche Drogenboote am Dienstag (Ortszeit) bekanntgegeben. Auf dem ersten Boot seien drei Personen getötet worden. Die Menschen an Bord der anderen beiden Boote sprangen demnach ins Wasser, bevor die US-Streitkräfte die beiden verbliebenen Schiffe versenkten. Die US-Küstenwache sei verständigt worden, um nach möglichen Überlebenden zu suchen.
Auch bei diesem Angriff wurde der Ort des Vorfalls nicht genannt. Bisher hatte das US-Militär zumindest immer angegeben, ob ein Angriff im Pazifik oder in der Karibik erfolgt war. Auch wurde immer mitgeteilt, dass die Angriffe "in internationalen Gewässern" - und nicht im Hoheitsbereich eines Küstenstaates - stattgefunden hätten.
Seit Anfang September greifen die US-Streitkräfte unter Berufung auf angebliche Geheimdiensterkenntnisse immer wieder Schnellboote an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Dabei wurden bei rund 30 Angriffen offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 100 Menschen getötet. Die US-Regierung bezeichnet die Opfer durchweg als Drogenschmuggler und "Terroristen", wird für die außergerichtlichen Tötungen aber heftig kritisiert. Experten argumentieren, die Angriffe seien völkerrechtlich nicht zulässig.
Zusammenfassung
- Das US-Militär hat vor der Küste Südamerikas erneut mutmaßlich mit Drogen beladene Boote angegriffen und dabei fünf Menschen getötet.
- Die Angriffe erfolgten auf bekannten Schmugglerrouten, wobei die Boote laut US-Angaben einer als Terrororganisation eingestuften Gruppe zugeordnet wurden; der genaue Ort der Angriffe wurde nicht genannt.
- Seit Anfang September wurden bei etwa 30 Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote mehr als 100 Menschen getötet, was international für Kritik an den außergerichtlichen Tötungen sorgt.
