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US-Geheimdienstler: Putin könnte Eskalation der Gewalt anordnen

Der Vorstoß der russischen Truppen in der Ukraine läuft aktuell weiterhin, aber offenbar sehr viel stockender als von der russischen Führung erhofft. Aktuelle und frühere US-Geheimdienstler fürchten deshalb eine Eskalation der Gewalt.

Seit fast einer Woche läuft die russische Invasion der Ukraine. In und rund um die größeren Städte Kiew, Mariupol und Charkiw wird erbittert gekämpft. Die russischen Truppen rücken weiter vor, der Vorstoß geht allerdings sehr viel schleppender vorna, als von der russischen Militärführung geplant. Gleichzeitig treten immer schärfere internationale Sanktionen in Kraft.

Ein am Montag fälschlicherweise veröffentlichter Artikel über einen russischen Sieg in russischen Medien deutet darauf hin, dass Präsident Wladimir Putin wohl mit einer Eroberung Kiews am Wochenende rechnete.

US-Geheimdienstler berichten, dass der innere Zirkel rund um Putin immer kleiner werde. Der sonst sehr beherrschte Präsident reagiere zusehends emotional und sei frustriert. Der frühere CIA-Chef John Brennan sagte den US-amerikanischen "NBC News", es bestehe die Gefahr, dass Putin eine Eskalation der Gewalt befehle. Putin habe sich schwer verrechnet, meint Brennan. "Mit so etwas war er noch nie konfrontiert", sagt er. Er habe keine guten Auswahlmöglichkeiten.

Bisher nur vereinzelt schwere Artillerie

Zuletzt setzten russische Truppen vereinzelt Streumunition und schwere Raketenartillerie in Kämpfen rund um Charkiw ein. Dabei gab es auch zahlreiche zivile Todesopfer. Der Einsatz schwerer Artillerie geschah bisher allerdings nur vereinzelt. Die russischen Truppen haben größere Städte meist umgangen und blutige Stadtkämpfe vermieden.

Wenn die von Russland erhoffte schnelle militärische Niederringung des ukrainischen Widerstands weiter ausbleibt, könnte Putin den vermehrten Einsatz schwerer Waffen anordnen. Das hätte zwangsweise eine hohe Zahl an zivilen Todesopfern zur Folge.

ribbon Zusammenfassung
  • Seit fast einer Woche läuft die russische Invasion der Ukraine. In und rund um die größeren Städte Kiew, Mariupol und Charkiw wird erbittert gekämpft.
  • Die russischen Truppen rücken weiter vor, der Vorstoß geht allerdings sehr viel schleppender voran, als von der russischen Militärführung geplant.
  • US-Geheimdienstler berichten, dass der innere Zirkel rund um Putin immer kleiner werde. Der sonst sehr beherrschte Präsident reagiere zusehends emotional und sei frustriert.
  • Der frühere CIA-Chef John Brennan sagte den US-amerikanischen "NBC News", es bestehe die Gefahr, dass Putin eine Eskalation der Gewalt befehle.
  • Zuletzt setzten russische Truppen vereinzelt Streumunition und schwere Raketenartillerie in Kämpfen rund um Charkiw ein. Dabei gab es auch zahlreiche zivile Todesopfer. Der Einsatz schwerer Artillerie geschah bisher allerdings nur vereinzelt.
  • Wenn die von Russland erhoffte schnelle militärische Niederringung des ukrainischen Widerstands weiter ausbleibt, könnte Putin den vermehrten Einsatz schwerer Waffen anordnen. Das hätte zwangsweise eine hohe Zahl an zivilen Todesopfern zur Folge.