Ursula Stenzel tritt bei Wien-Wahl an

07. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

Im Mai sagte Stenzel noch, sie würde nicht mehr antreten. Nun will sie für die FPÖ im ersten Bezirk antreten.

Ursula Stenzel will es noch einmal wissen. Die nicht-amtsführende Wiener FPÖ-Stadträtin wird bei der kommenden Wien-Wahl nun doch antreten. Das gab sie am Freitag bei einer Pressekonferenz mit FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp bekannt. Die 74-Jährige möchte erneut Bezirksvorsteherin des ersten Bezirks werden. Das Amt hatte sie bereits von 2005 bis 2015 inne - damals noch als ÖVP-Politikerin. Von den Schwarzen nicht mehr nominiert, nahm sie 2015 ein Angebot des damaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache an und wechselte zu den Blauen.

Rücktritt vom Rücktritt

Noch im Mai sagte sie in einem Interview: "Nein, ich will bei der Wien-Wahl im Oktober nicht mehr antreten. Ich werde meine Aufgabe erfüllen, solange ich noch mein Mandat habe. Aber jetzt ist Zeit, dass Jüngere an die Reihe kommen." Und weiter: "Ab einem gewissen Alter, muss man nicht mehr in der Politik sein. Jetzt soll es einen Generationswechsel in der Freiheitlichen Partei geben."

PULS 24 Chefreporterin Manuela Raidl analysiert die Kandidatur von Urusula Stenzl.

Präsentation

"Die Ursula Stenzel gehört zum ersten Bezirk genauso wie das Schlagobers zum Einspänner", zog FPÖ-Landesparteichef Dominik Nepp heute einen Vergleich mit einer Wiener Kaffeespezialität. Es brauche ein starkes freiheitliches Gegengewicht zur ÖVP in der City, befand er bei der Präsentation. Stenzel kritisierte heute vor allem das ihrer Ansicht nach "völlig nebulose" Konzept für eine autofreie City.

"Ich freue mich, dass du mich wieder gewonnen hast, das zu tun, was mein Herzensanliegen ist, nämlich für die Innere Stadt und ihre Bewohner zu arbeiten", sagte die 74-Jährige, die zuletzt bereits ihren Rückzug aus der Politik verkündet hatte - um Platz für Jüngere zu machen, wie sie damals betonte. Nun will sie es aber noch einmal wissen. "Ich lebe und ich arbeite hier und kann auf zehn Jahre Erfahrung als Bezirksvorsteherin zurückblicken", verwies sie auf ihre einschlägige Erfahrung.

Menschen in der Innenstadt würden eine Anwältin brauchen

Nepp habe sie nicht wirklich überreden müssen, die Liste anzuführen. "Ich bin eine leidenschaftliche Innenstadtbewohnerin und bin natürlich ein politisches Animal, wie man so schön sagt. Da braucht es für mich keine Überredung. Wenn ich etwas für die Innenstadtbewohner tun kann, dann tu ich das gerne und aus freien Stücken."

Die Menschen in der Innenstadt würden eine Anwältin brauchen, die nur ein Ziel habe, befand sie: "Nämlich die Innenstadtbewohner zu entlasten." Diese sollten sich wohlfühlen in ihrem Bezirk, der alle Attribute habe, um zu einem der lebenswertesten Bezirke Wiens zu zählen. Am aktuellen Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) ließ sie kein gutes Haar. Vor allem die Pläne für die Verkehrsberuhigung im ersten Bezirk nahm sie ins Visier, wobei sie von einem "bürokratischen Ungeheuer" und von "Verkehrsquarantäne" sprach.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe