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UNO-Experten bestätigen Einsatz russischer Söldner in Libyen

07. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Ein Untersuchungsbericht von UNO-Experten bestätigt nach Diplomatenangaben den Einsatz russischer Söldner im von Kämpfen erschütterten Libyen. Söldner der sogenannten Gruppe Wagner, denen eine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt wird, seien in Libyen an der Seite des Generals Khalifa Haftar in die Kämpfe gegen die von der UNO anerkannte Einheitsregierung verwickelt.

Ein Untersuchungsbericht von UNO-Experten bestätigt nach Diplomatenangaben den Einsatz russischer Söldner im von Kämpfen erschütterten Libyen. Söldner der sogenannten Gruppe Wagner, denen eine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt wird, seien in Libyen an der Seite des Generals Khalifa Haftar in die Kämpfe gegen die von der UNO anerkannte Einheitsregierung verwickelt.

Das zitierten UNO-Diplomaten am Mittwoch (Ortszeit) aus einem noch unveröffentlichten Expertenbericht. "Das Gremium hat die Gegenwart privater Militärkräfte von ChVK Wagner in Libyen seit Oktober 2018 identifiziert", heißt es demnach in dem Bericht. Die "Gruppe Wagner" sei in dem Land an Kampfeinsätzen beteiligt und versuche Einfluss zu gewinnen. Die Söldnertruppe stelle zudem technische Unterstützung, Spezialisten zur Luftraumüberwachung, Know-how für elektronische Abwehrmaßnahmen sowie Scharfschützen. Ihr Einsatz habe Haftars Kampfkraft "effektiv verstärkt".

Die Zahl der in Libyen aktiven Wagner-Söldner konnten die UNO-Experten nicht unabhängig überprüfen, schätzten sie aber auf zwischen 800 und 1.200. Weitere Unterstützung erhalte General Haftar von syrischen Kämpfern.

Die "Gruppe Wagner" ist eine private Sicherheitsfirma. Tausende ihrer Mitarbeiter sollen in Konfliktgebieten außerhalb Russlands von Syrien über die Ukraine bis hin zur Zentralafrikanischen Republik im Einsatz sein. Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Gruppe sei ein "Instrument der Kreml-Politik" in Libyen.

Dem Bericht zufolge, der am 24. April dem UNO-Sicherheitsrat vorgelegt wurde, kämpfen auch syrische Milizionäre an Haftars Seite in Libyen. Es sei unklar, wer sie ausbilde oder finanziere, erklärten die Experten. Eine private syrische Fluggesellschaft habe jedoch seit Jahresbeginn mit mindestens 33 Flügen knapp 2.000 Kämpfer nach Libyen gebracht.

Haftars Truppen hatten vor einem Jahr eine Offensive gegen die Einheitsregierung in Tripolis gestartet. In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Einheitsregierung ist schwach. Haftar kontrolliert einen Großteil des Ostens und Südens des Landes. Die Einheitsregierung wird von Katar und der Türkei unterstützt, die Haftar-Truppen von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland.

Bei einer internationalen Konferenz im Jänner in Berlin waren Schritte zur Deeskalation in Libyen vereinbart worden. So verpflichteten sich die in den Konflikt verwickelten ausländischen Staaten, die Konfliktparteien nicht weiter zu unterstützen und das bestehende Waffenembargo einzuhalten. Es gelangen seither aber weiterhin Waffen ins Land, auch wird weiter gekämpft.

Im Februar hatte die Türkei verkündet, protürkische Syrer kämpften aufseiten der Einheitsregierung in Libyen. Im Dezember hatte ein UNO-Bericht zudem die Präsenz bewaffneter Gruppen aus dem Sudan und Tschad aufgelistet.

Quelle: Agenturen