APA - Austria Presse Agentur

Unibetrieb im Herbst: NEOS wollen Rückkehr zu Präsenzbetrieb

06. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Aktuell befinden sich die meisten Hochschulen noch im Distance Betrieb. Realistisch sei es laut Sabine Seidler, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz, dass man im Herbst nur teilweise wieder in die Präsenzlehre zurückkehre. Die NEOS hingegen wollen für die Hochschulen eine Rückkehr in den regulären Unibetrieb.

Österreichs Schüler sind bereits zum Präsenzunterricht zurückgekehrt. Die meisten Universitäten und Hochschulen setzen aktuell nach wie vor auf den Distance Betrieb. Auch im Herbst rechnet Sabine Seidler, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz, nicht mit einer Rückkehr in den regulären Unibetrieb. "Die realistischere Variante ist, dass wir einen Hybridbetrieb fahren", erklärte sie gegenüber dem "ORF".

Unterschiedliche Corona-Strategien

Im Gegensatz zu den Schulen sind die Hochschulen autonom. Viele haben unterschiedliche Konzepte. In der Universität Wien herrscht beispielsweise grundsätzlich Distance Betrieb. Ausnahmen sind vereinzelte Prüfungen und Laborkurse. Auch die Gebäude sind nur eingeschränkt zugänglich.

An der WU Wien haben Studenten seit dem 3. Mai wieder Zutritt – unter Einhaltung der 3-Gs – zu den Gebäuden am Campus. Man wolle aber zumindest bis Ende Juni noch im Onlinemodus bleiben.

Faßmann: Betrieb an Hochschulen habe gut funktioniert

Sara Velić, ÖH-Wahlsiegerin (VSStÖ), fordert im Interview mit dem "Kurier" ein "hybrides Lehrangebot". Laut Velić sollen Studierende im Herbst selbst entscheiden können, ob sie vor Ort oder online an den Lehrveranstaltungen teilnehmen wollen. Dadurch könnten auch Studenten aus Risikogruppen ohne Infektionsrisiko studieren.

"Das Corona-Jahr habe vor allem für die Studierenden große Belastungen mit sich gebracht", sagte auch Bildungsminister Heinz Faßmann in einer Aussendung. "Der Zuwachs bei der Anzahl der prüfungsaktiven Studierenden sowie bei den Graduierten würden jedoch belegen, dass der Betrieb an den Hochschulen grundsätzlich gut funktioniert habe", heißt es weiter in der Aussendung.

Aus diesem Grund habe man auch die Forderung der ÖH, den Studienbeitrag zurückzuerstatten, nicht stattgegeben. Aus dem Bildungsministerium heißt es in der Aussendung, dass man "nicht nur den Härtefallfond der ÖH aufgestockt, sondern auch die Fristen zur Leistungserbringung und die Förderdauer der Studienbeihilfe um ein Semester gestreckt habe".

NEOS wollen Präsenzunterricht im Herbst

Die NEOS verlangen ab dem Wintersemester Präsenzlehre an den Hochschulen. Dafür müssten jedenfalls bis dorthin alle jungen Erwachsenen, die das wollen, auch geimpft sein, so Wissenschaftssprecherin Martina Künsberg Sarre zur APA. Außerdem müsse die 3G-Regel jedenfalls auch für die Hochschulen gelten - derzeit ist ihnen das selbst überlassen, noch haben sie nicht alle Einrichtungen umgesetzt.

Derzeit finden an den meisten Hochschulen nur sehr eingeschränkt Präsenz-Lehrveranstaltungen statt. Größere Vorlesungen gibt es nicht, auch geprüft wird vielfach nicht vor Ort.

"Studierende wurden allein gelassen"

"Die Studierenden waren jetzt de facto drei Semester nicht an den Hochschulen und wurden mit dieser Situation alleine gelassen", argumentierte Künsberg Sarre. Distance Learning habe oft nur bedingt funktioniert, ein soziales Leben, Nebenjobs oder Gruppenarbeiten in gewohnter Form sind nicht möglich gewesen. "Viele kennen ihre Hochschule überhaupt nur über die Kamera am Computer."

Für die Zukunft müsse auch generell aus der Pandemie gelernt werden. "Dafür braucht es beispielsweise neben dem offensichtlichen Hinterherhinken Österreichs in der Digitalisierung, sowohl was die Infrastruktur und Ausstattung als auch die digital-didaktischen Anwendungskenntnisse der Lehrenden betrifft, auch das Bewusstsein darüber, was gut gelaufen ist."

Zuletzt sorgte die Novellierung des Universitätsgesetzes für Kritik.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea