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Ungarn: Kiew dementiert Wahlkampfeinmischung

05. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Das ukrainische Außenministerium hat am Dienstag die Aussage des rechtsnationalen ungarischen Premiers Viktor Orbán, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hätte am ungarischen Wahlkampf teilgenommen, zurückgewiesen.

Selenskyj würde sich mit einer wichtigeren Frage befassen, nämlich dem Kampf gegen die russische Aggression, zitierte das Onlineportal "hvg.hu" die Aussendung des Ministeriums in Kiew.

Selenskyj als Gegner

Orbán hatte in seiner Rede nach dem Sieg seiner Regierungspartei FIDESZ bei den Parlamentswahlen am Sonntag erklärt, die Partei habe noch nie gegen so viele Gegner im Zusammenhang mit einer Wahl kämpfen müssen. Zu diesen zählte Orbán neben den "Brüsseler Bürokraten", den ungarisch-stämmigen US-Milliardär George Soros und den internationalen Medien weiters auch den ukrainischen Präsidenten.

Ukraine: Orbán schulde Ukraine Dank

Laut Aussendung habe Orbán keine Grundlage für seine Behauptung, er habe auf dem Weg zum Wahlsieg mit Selenskyj kämpfen müssen. Der ungarische Premier schulde der Ukraine vielmehr Dank dafür, dass der Krieg aufgrund des Heldentums des ukrainischen Volkes die ungarischen Grenzen nicht erreiche. Die Ukraine vertraue darauf, dass Ungarn seinen Standpunkt hinsichtlich der Hilfe für die Ukraine überprüfe und die russische Aggression gegen die ukrainische Zivilbevölkerung verurteile, heißt es in der Aussendung.

Ungarn im Zick-Zack-Kurs

Der ukrainische Präsident forderte den ungarischen Premier mehrfach auf, endlich eine klare Position zu Russland zu beziehen. Dabei weist Orban ukrainische Forderungen nach Waffentransporten durch Ungarn, ungarischen Waffenlieferungen für die Ukraine sowie nach einem Importverbot für russisches Öl und Gas zurück. Orban hatte immer wieder erklärt, Ungarn wolle sich nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen.

Quelle: Agenturen / Redaktion