APA - Austria Presse Agentur

UN-Friedensmission für Darfur nach 13 Jahren beendet

31. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Ungeachtet jüngster gewaltsamer Auseinandersetzungen in Darfur haben die Vereinten Nationen am Donnerstag ihre Friedensmission in der sudanesischen Unruheregion beendet. Damit gehe die "Verantwortung für den Schutz von Zivilisten" an die Regierung des Sudans über, hieß es in einer UNAMID-Erklärung. Die gemeinsame Mission von UNO und Afrikanischer Union (AU) war 13 Jahre lang in Darfur aktiv.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich erst vor gut einer Woche auf die Einstellung der Mission zum 31. Dezember geeinigt. Mit dem Abzug von Personal und Ausrüstung soll gemäß der Resolution am Freitag begonnen werden; abgeschlossen sein soll sie am 30. Juni.

Die Übergangsregierung in Khartum hatte um die Einstellung der 2007 ins Leben gerufenen Mission ersucht. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Afrikanische Union hatten sich ungeachtet von Protesten zahlreicher Darfurer vor dem Hauptquartier der Mission in der Regionalhauptstadt Nyala ebenfalls für diesen Schritt ausgesprochen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte dagegen eine Verlängerung der Mission gefordert und vor einem "Sicherheitsvakuum" gewarnt.

Auf dem Höhepunkt der UANMID-Mission waren 16.000 Blauhelme in Darfur stationiert. In der Region im Westen des Sudan war im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar al-Bashir ausgebrochen, dem nach UN-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.

Das österreichische Bundesheer beteiligte sich von 2008 bis 2009 an einem EUFOR-Einsatz zum Schutz der Flüchtlinge aus Darfur sowie der Binnenflüchtlinge im Tschad.

Seit einigen Jahren herrscht in Darfur relative Ruhe. In den vergangenen Wochen gab es aber immer wieder Gefechte und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gruppierungen sowie zwischen arabischen Nomaden und Bauern. Viele Bewohner der Region fürchten ein Wiederaufflammen der Gewalt nach dem Unamid-Abzug.

Quelle: Agenturen