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Umweltministerium: 50 Millionen Euro für "Loss and Damage"

08. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Das Umweltministerium wird in den kommenden vier Jahren 50 Millionen Euro aus seinem Budget für die Finanzierung für die Behebung, Vermeidung und Minimierung von Schäden ("Loss and Damage") durch die Klimakrise - insbesondere in den vulnerabelsten Ländern - zur Verfügung stellen.

"Wir stehen vor einer globalen Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können", sagte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einer Aussendung.

Vorreiter in internationaler Klimafinanzierung

Das Thema "Loss and Damage" ist heuer auch ein Schwerpunkt auf der COP27 in Ägypten. Die zentrale Frage der Beratungen der fast 200 Staaten lautet, ob - und wie - reiche Länder Entschädigung an die Staaten zahlen sollen, die von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark betroffen sind. Das Umweltministerium will diese mitunter sehr langwierigen Prozesse allerdings nicht abwarten und das Geld vor allem in bereits bestehende Strukturen fließen lassen. "Österreich übernimmt Verantwortung und wird zum Vorreiter in der internationalen Klimafinanzierung", sagte Gewessler.

Ein Teil dieser Mittel kann etwa für das sogenannte "Santiago Network für technische Unterstützung zu Verlusten und Schäden" fließen, auch der CREWS (Climate Risk & Early Warning Systems)-Mechanismus, der Frühwarnsysteme für besonders vulnerable Länder bereitstellt, kann unterstützt werden. "Grundlage für die detailliertere Aufteilung der Mittel des Klimaschutzministeriums bilden zum einen die Ergebnisse der COP27, zum anderen jene des 'Glasgow Dialogs', der bei der COP26 ins Leben gerufen wurde", hieß es.

WWF: Schritt zu mehr Klimagerechtigkeit

Zusätzlich wird das Klimaschutzministerium noch heuer weitere zehn Millionen Euro aus eigenen Rücklagen für die internationale Klimafinanzierung zur Verfügung stellen. Fünf Millionen davon sollen in den "Adaptation Fund" fließen, der Länder des Globalen Südens bei der Anpassung an die negativen Auswirkungen des Klimawandels finanziell unterstützt. Auch für die nächsten Jahre sind substanzielle Beiträge für den Anpassungsfonds geplant.

"Die Klimakrise hat bereits die Lebensgrundlage von Millionen Menschen vernichtet. Es braucht jetzt dringend einen Finanztopf für Klimaschäden und Verluste. Umso mehr ist es ein wichtiges Signal von Klimaschutzministerin Gewessler anzuerkennen, wie lebensnotwendig diese finanzielle Hilfe ist und selbst Gelder dafür zuzusagen", hieß es in einer Reaktion von Greenpeace. In Ägypten müsse ein eigener Finanztopf für die Menschen, die bereits massiv unter der Klimakrise leiden, eingerichtet werden.

"Die in Aussicht gestellten 50 Millionen Euro für 'Verluste und Schäden' sind ein wichtiger erster Schritt hin zu mehr Klimagerechtigkeit", reagierte auch der WWF positiv. Die österreichische Regierung müsse sich jetzt bei den Verhandlungen auf der COP27 dafür einsetzen, dass möglichst schnell ein entsprechender Fonds für "Verluste und Schäden" geschaffen wird.

Quelle: Agenturen / ddj