Umfrage: Nur jeder Vierte will Katar-WM verfolgen

14. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Meinungsforscher Christoph Haselmayer präsentiert auf PULS 24 Umfrageergebnisse, die eine deutliche Fußball-WM-Müdigkeit im Vergleich zu früheren Turnieren erwarten lassen. Ein Hauptgrund dürften die Menschenrechtsverletzungen im Emirat sein.

Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Katar wollen einer aktuellen Umfrage zufolge nur 24 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher verfolgen. Sieben von zehn Personen wollen dies hingegen nicht tun. Diese Zahlen ergeben sich aus einer Befragung von 1.000 Leuten durch das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD).

Diese Ergebnisse hätten "wahrscheinlich mit den massiven Menschenrechtsverletzungen zu tun", erklärt der Meinungsforscher im wöchentlichen Format "Herr Haselmayer, Zahlen bitte".

Umfrage: Wenig Luft auf die Wüsten-WM

Haselmayer konstatiert einen Zusammenhang zwischen der niedrigen Begeisterung sowie den Menschenrechtsverletzungen, die in Katar geschehen, und auch den vom britischen "Guardian" recherchierten rund 6.500 Toten auf den WM-Baustellen. Die Frage des Instituts, ob man von den Menschenrechtsverletzungen gegen Arbeitsmigranten allgemein und speziell auf WM-Baustellen gehört habe, bejahten 86 Prozent. Nur 12 Prozent verneinten die Frage. Haselmayer: "Hier hat die mediale Berichterstattung durchaus gefruchtet."

Die Menschenrechtsverletzungen sin den meisten bekannt

Einen generellen Boykott der Wüsten-WM würden laut der Umfrage 62 Prozent befürworten, 24 Prozent sprechen sich gegen einen solchen aus. 14 Prozent hatten keine Meinung zu dieser Frage.

"Ich bin aber schon auch noch gespannt, wie dann die Einschaltquoten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und bei einem anderen Privatsender sein werden. Man wird sehen, ob die Menschen das dann auch wirklich durchziehen oder ob sie die Fragen auch aufgrund einer gewissen sozialen Erwünschtheit so beantwortet haben", resümiert Haselmayer.

Wenn die Sprache auf die vergangenen Fußball-Weltmeisterschaften in Russland 2018 und in Brasilien 2014 kommt, geben 47 Prozent der Befragten an, sie hätten diese Turniere mitverfolgt. 52 Prozent sagen hingegen, sie hätten dies nicht getan.

32 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen, dass sie Fußballfans seien. 66 Prozent verneinen das, 2 Prozent machen keine Angaben. Befragt wurden 1.000 Personen, die Schwankungsbreite liegt bei 3,1 Prozent.

Die Mehrheit wünscht einen kompletten Boykott
Quelle: Redaktion / kap