APA/Lukas Moser

Ukraine: Russland nimmt Charkiw erneut unter Beschuss

18. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Ukraine meldet erneute russische Angriffe auf die zweitgrößte Stadt des Landes, Charkiw. Noch vor Sonnenaufgang sei beim Beschuss eines Wohngebiets ein Mensch getötet worden, teilte die Regionalregierung auf Telegram mit. 18 Menschen seien zudem verletzt worden, darunter zwei Kinder.

Am Mittwochabend waren bei einem russischen Raketenangriff auf die im Nordosten gelegene Stadt nach ukrainischen Angaben sechs Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden.

Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie waren vom Gouverneur der Region, Oleh Sinegubow, im Messengerdienst Telegram gemacht worden. Nach dem Angriff sei ein großes Feuer in einem Wohngebäude ausgebrochen. Ein Hochhaus sei getroffen worden, teilte Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Medien berichteten, dass ein Marschflugkörper in dem Haus eingeschlagen sei und es in Brand gesetzt habe. Gouverneur Sinegubow teilte mit, dass auch andere Stellen der zweitgrößten Stadt der Ukraine getroffen worden seien. Der Beschuss sei "ziemlich chaotisch".

Selenskyj kritisiert "Angriff auf Zivilisten"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Telegram, bei dem Angriff sei ein Wohngebäude "völlig zerstört" worden. Es handle sich um einen "schändlichen und zynischen Angriff auf Zivilisten", der "völlig ungerechtfertigt" sei und die "Machtlosigkeit des Aggressors" zeige.

Charkiw als regelmäßiges Ziel 

Charkiw im Nordosten der Ukraine liegt nur 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges Ende Februar regelmäßig bombardiert. Den russischen Truppen gelang es jedoch nicht, die Stadt einzunehmen.

Seit Kriegsbeginn wurden nach Angaben der Behörden hunderte Zivilisten in der Region Charkiw getötet. Die russischen Streitkräfte konzentrieren ihre Offensive derzeit auf den Osten und den Süden der Ukraine.

Leichte Erfolge in Cherson 

Ukrainische Streitkräfte schlugen unterdessen nach eigenen Angaben einen russischen Angriff in der südlichen Region Cherson zurück. "Die russischen Streitkräfte haben seit letztem Monat nur minimale Fortschritte gemacht, und in einigen Fällen sind wir vorgerückt", sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch in einem Video. "Was wir hier sehen ist eine 'strategische Sackgasse'."

Quelle: Agenturen