Türkische Flugkörper überflogen wieder griechische Inseln

16. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Zwei türkische unbemannte Flugkörper haben in der Nacht zu Freitag nach Angaben des griechischen Generalstabes die kleine griechische Insel Kinaros überflogen. Die Luftfahrzeuge seien abgefangen worden, berichtete die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA. Die Überflüge fanden am Freitag um 01.22 Uhr und 03.32 Uhr (Ortszeit, 00.22 Uhr und 02.32 Uhr MESZ) statt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt wiederholt Athen mit dem Satz "Wir könnten plötzlich eines Nachts kommen" gedroht. Auf der Insel Kinaros, die in der Mitte der Ägäis rund 85 Kilometer westlich von der nächstgelegenen türkischen Küste bei Bodrum liegt, lebt nur eine kleine griechische Hirtenfamilie.

Türkische Jets haben nach griechischen Angaben seit Jahresbeginn und bis zum 15. September 163 Mal griechisches Territorium überflogen und 5.774 Mal den griechischen Luftraum über der Ägäis verletzt. Die meisten dieser Luftraumverletzungen fanden bislang tagsüber statt. Der Überflug des Territoriums oder das Eindringen in den Luftraum eines Landes gilt als schwere Verletzung der Souveränität. Die EU hat solche Aktionen der Türkei wiederholt verurteilt.

Ankara stellt den Status zahlreicher bewohnter und unbewohnter griechischer Inseln in der Ägäis infrage. Griechenland und die Türkei standen in den vergangenen Jahren wiederholt kurz vor einem Krieg. Zurzeit ist die Lage in der Ägäis erneut äußerst angespannt.

In türkischen Medien sorgte ein Besuch von Griechenlands Präsidentin Katerina Sakellaropoulou auf der Insel Kastelorizo Insel, die nur knapp eine Seemeile von der türkischen Küste entfernt ist, für Kritik. Die Medien äußerten auch Besorgnis, dass der kolportierte Ankauf US-amerikanischer Kampfjets durch Griechenland die Gefahr eines Konflikts verschärfen könnte. Der Luftraum von Kastelorizo wird seinerseits des öfteren von türkischen Kampffliegern verletzt. Auch in greicheland wächst laut Presseberichten in der Bevölkerung die Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen.

Quelle: Agenturen